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Verhaltensforschung: Schimpansen kommunizieren mit Gesten

Sich lausende Schimpansen
Schimpansen (Pan troglodytes) in freier Wildbahn verständigen sich über Gesten. Wie Simone Pika von der Universität St. Andrews und John Mitani von der Universität von Michigan bei Freilandstudien im ugandischen Kibale-Nationalpark beobachtet haben, verwenden die Affen bestimmte "Kratz-Gesten", um auf sich und ihre Wünsche aufmerksam machen.

Kratzt sich ein Tier zum Beispiel laut und übertrieben an einer für einen Artgenossen sichtbaren Körperstelle, versteht dieser es als Aufforderung zum Lausen und beginnt meist sofort, die gezeigte Stelle zu bearbeiten. Besonders hochrangige Männchen scheinen auf diese Weise zu kommunizieren.

Solche Gesten sind jedoch nur sinnvoll, wenn der jeweilige Adressat sie auch richtig zu deuten weiß. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass Schimpansen über kognitive Erkennungsmechanismen für die Belange von Artgenossen verfügen. Möglicherweise besitzen sie sogar ähnlich wie wir eine Art Gemütsverfassung, die sie untereinander auch erkennen können.

Bisher kannte man solch ein Verhalten nur von in Gefangenschaft lebenden oder von Menschen aufgezogenen Tieren, die auf diese Weise versuchten, sich mit ihren Betreuern zu verständigen.

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