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Physiologie: Schlafapnoe schädigt das Gehirn

Atemaussetzer beim Schlafen (Schlafapnoe) schädigen Areale des Gehirns, die am Gedächtnis beteiligt sind. Dies fanden Forscher um Ronald Harper von der University of California in Los Angeles heraus.

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Mammillarkörper bei Gesunden und bei Schlafapnoe-Patienten | Bei Patienten mit Schlafapnoe (obstructive sleep apnea) sind die Mammillarkörper, die für das episodische Gedächtnis zuständig sind, um etwa 20 Prozent verkleinert.
Sie verglichen die Gehirnscans von 43 Schlafapnoe-Patienten mit denen von 66 Gesunden und erkannten, dass bei Betroffenen eine Erhebung an der Unterseite des Gehirns – die Mammillarkörper – etwa 20 Prozent ihrer Größe einbüßt. Dieser Bereich ist Teil des Gedächtnis-Kreislaufs und insbesondere für das episodische oder autobiografische Gedächtnis zuständig.

Verantwortlich für den Gewebeverlust sei vermutlich der wiederholte Sauerstoffmangel, erklärt Harper. Während eines Atemstillstands ziehen sich die Blutgefäße zusammen und reduzieren so drastisch die Sauerstoffzufuhr in das Gewebe. Der Sauerstoffmangel führt schließlich zum Tod einer Vielzahl von Zellen.

Neben chronischer Übermüdung sind Konzentrationsprobleme und Gedächtnisverlust typische Symptome dieser Form von Schlafstörungen. Ähnlich geschädigte Mammillarkörper findet man bei Alkoholkranken und Alzheimer-Patienten. (alj)
12.06.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 12.06.2008

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