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Im Medizinschrank: Doxylamin, vom Allergiemedikament zum Schlafmittel

Wer schlecht schläft, kann Mittel mit Doxylamin nehmen. Der Stoff wirkt bereits nach 30 Minuten. Alternativ eignet sich Baldrian, allerdings nicht als Tee.
Säfte mit Doxylamin helfen gegen Schlafstörungen.

Tabletten gegen Kopfweh und Magenschmerzen, Salben für Brandwunden und Sportverletzungen – eine ordentliche Hausapotheke ist umfassend ausgestattet. Doch was für Wirkstoffe stecken eigentlich in den Medikamenten? Welche Mittel helfen wirklich, was ist umstritten? Und gibt es vielleicht eine gesündere Alternative? Wir werfen regelmäßig einen Blick auf die Mittel im Medizinschrank. Dieses Mal: Doxylamin.

Wie viele haben das zu Hause?

34 Millionen Menschen in Deutschland schlafen schlecht, viele von ihnen greifen zu rezeptfreien Schlafmitteln: 219 Millionen Euro Umsatz machten die Hersteller im Jahr 2017 allein in Apotheken. Der mit Abstand beliebteste Wirkstoff ist seit einigen Jahren Doxylamin – im Jahr 2015 mit 2,8 Millionen verkauften Packungen beispielsweise.

Wie wirkt das und wie gut?

Doxylamin aus Saft, Tropfen, Tabletten oder Brausetabletten blockiert im Gehirn die Histamin-Bindungsstellen. Nach 30 Minuten macht sich Schläfrigkeit breit und hält bis zu sechs Stunden an. Ursprünglich war Doxylamin ein Allergiemedikament. Die Nebenwirkung Müdigkeit war aber so ausgeprägt, dass es sich als Schlafmittel bewährt hat.

Was sind häufige Nebenwirkungen?

Benommenheit, Schwindel und Kopfweh kommen vor, manche bemerken Mundtrockenheit und Verstopfung. Autofahren ist unter Doxylamin tabu, weil es das Reaktionsvermögen beeinträchtigt. Länger als zwei Wochen sollte niemand das Mittel nehmen, da sich der Körper daran gewöhnt. Manche Experten wollen Doxylamin für Ältere rezeptpflichtig machen: Bei ihnen steige die Sturzgefahr, falls Nebenwirkungen auftreten.

Was ist die Alternative?

Laut »Stiftung Warentest« sind Antihistaminika die besten rezeptfreien Schlafmittel; neben Doxylamin zählt Diphenhydramin dazu. Alternativ eignet sich Baldrian, allerdings nicht als Tee: Dass Heißgetränke mit Baldrian, Hopfen, Passionsblume oder Melisse den Schlaf fördern, ist nicht belegt. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin sind nicht zu empfehlen.

Wann sollte man doch zum Arzt gehen?

Schlafen Betroffene einen Monat lang mehr als dreimal pro Woche schlecht, sollten sie ihren Hausarzt um Rat fragen. Er prüft, ob etwa eine Schilddrüsenüberfunktion zu Grunde liegt. Begleiten Herzrasen, Atemaussetzer oder große Unruhe die Nacht, ist ein Arztbesuch schon früher fällig.

Die perfekte Hausapotheke

  • Hinein sollten auf jeden Fall: sterile Kompressen, Mullbinden, Verbandpäckchen und -watte. Ebenso diverse Pflaster, ein Dreiecktuch und Klammern, um Verbände festzustecken. Zudem ist es sinnvoll, eine Schere, ein Fieberthermometer, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel parat zu haben.
  • Hilfreich sind die Regeln für erste Hilfe und eine Liste mit den wichtigsten Rufnummern (112, ärztlicher und zahnärztlicher Bereitschaftsdienst, Apothekennotdienst). In einer Notsituation vergisst man solche Nummern schnell.
  • Standardmedikamente sind Mittel gegen Herpes, Sodbrennen, Magenschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, Fieber, Halsweh, Kopfschmerzen. Ebenso ratsam: Salben, die Brand- oder Sportverletzungen lindern.
  • Verschreibungspflichtige Arzneien wie zum Beispiel Blutdruckmittel oder Opiate gehören hingegen nicht in die Box.
  • Dunkel, kühl und trocken – so ist der perfekte Ort für die Hausapotheke. Bestenfalls steht sie also im Schlafzimmer oder Flur, nicht im Bad oder in der Küche.
  • Um Kinder zu schützen, sollte die Box abschließbar sein.
  • Für was war das noch gleich? Notizen auf der Verpackung und die Beipackzettel helfen.
  • Und wichtig: Prüfen Sie mindestens einmal im Jahr, ob noch alles drin und haltbar ist.

Alle Teile der Serie finden Sie auf der Sammelseite »Im Medizinschrank«.

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