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Pädiatrie: Schlechte Aussichten für extreme Frühchen

Frühgeborene, die vor der 26. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, tragen neben einem sehr hohen Sterblichkeitsrisiko in der Mehrzahl der Fälle auch schwere kognitive und neuromotorische Schäden davon.

Dies ergab eine fortlaufende Beobachtungsreihe von Neil Marlow und seiner Kollegen von der Universität in Nottingham an Frühgeborenen, die zwischen der 22. und 25. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen und mittlerweile die Grundschule besuchen. Nur zwanzig Prozent dieser Gruppe wiesen überhaupt keine geistigen oder motorischen Schäden auf.

Während nur zwei Prozent der normal gebürtigen, sechsjährigen Kinder unter mittleren oder schweren geistige Beeinträchtigungen litten, galt dies für 41 Prozent der extremen Frühgeburten dieses Alters.

Viele dieser Frühchen sterben zudem noch im Krankenhaus oder tragen Lähmungen, chronische Lungenkrankheiten, Blind- oder Taubheit davon.

Nach Aussagen der Wissenschaftler sollte daher der Prävention von Frühgeburten oberste Priorität in der Schwangerschaft eingeräumt werden, denn je länger der Geburtstermin in Richtung des berechneten optimalen Zeitpunkts hinausgezögert wird, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit von Schäden.

Die Zahl der Frühgeburten in Deutschland und anderen Industriestaaten steigt wegen der hohen Zahl an Erstgebärenden und zunehmender Mehrlingsgeburten durch künstliche Befruchtung. Immer kleineren Kindern wird durch moderne Gerätschaften das Überleben gesichert. In der Bundesrepublik kommen etwa 15 Prozent der Säuglinge zu früh auf die Welt – das entspricht etwa 8000 Geburten pro Jahr.
08.01.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 08.01.2005

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