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Infektionskrankheiten: Schlüsselgen für bakterielle Meningitis entdeckt

Bakterielle Meningitis ist eine verbreitete Infektion des Nervensystems und gehört zu den Hauptursachen der Kindersterblichkeit. Forscher der Universität von Kalifornien in San Diego haben jetzt herausgefunden, wie Gruppe-B-Streptokokken (GBS), die Erreger von Menigitis bei Neugeborenen, die nahezu undurchdringliche menschliche Blut-Hirn-Schranke durchdringen können. Wie sie berichten, spielt dabei ein bestimmtes Gen der Bakterien die Schlüsselrolle – es kodiert für ein Glykolipid-Molekül, das den Bakterien die Interaktion mit den Zellen erleichtert.

Bei seiner Arbeit hatte das Team um Kelly Doran Tausende von Streptokokken-Mutationen im Labormodell nach neuen Bakterien-Genen untersucht, die diese Grenzüberschreitung möglich machen. Dabei entdeckten sie das Gen, dass sie seiner Funktion nach iagA nannten (kurz für "Invasion Association Gene A"). Bei weiteren Versuchen konnten sie feststellen, dass Streptokokken, denen das Gen fehlt, die Blut-Hirn-Schranke kaum noch durchdringen können. Bei Versuchen mit Mäusen reduzierte sich die Sterblichkeit von neunzig auf zwanzig Prozent. Gelingt es auf Basis dieser Entdeckung ein Mittel zu entwickeln, das dieses Gen ausschaltet oder seine Funktion eliminiert, hätte man eine neue Waffe gegen diese Form der Meningitis in der Hand, hoffen die Forscher jetzt.
06.09.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 06.09.2005

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