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Medizinische Praxis: Schmerz und Depression sollten getrennt therapiert werden

Sind chronische Schmerzen die Ursache von Depressionen, so genügt entgegen häufiger Ansicht eine Schmerztherapie nicht, um auch die psychischen Folgen zu kurieren. Stattdessen sollten Schmerz und Depression als zwei verschiedene Phänomene unabhängig voneinander betrachtet und auch getrennt behandelt werden, so das Fazit der Studie, die Wissenschaftler der Kölner Universität gemeinsam mit Kollegen von der Universität Michigan durchgeführt haben.

Bei den Untersuchungen testeten die Forscher um Thorsten Giesecke unter anderem die Reaktionen von Patienten mit Fibromyalgie. Diese Form des Weichteilrheumas befällt überwiegend Frauen und ist häufig mit großen Schmerzen in den verschiedensten Körperregionen verbunden. Typisch für die Krankheit sind auch Sensibilitätsstörungen, Müdigkeit und das Gefühl der Unbeweglichkeit.

Wie sich anhand der funktionellen Magnetresonanztomografie herausstellte, reagierten Patienten auf schon auf geringe Druckimpulse am linken Daumennagel mit deutlich stärkeren Neuronenaktivitäten im Schmerzzentrum des Gehirns als die gesunde Vergleichsgruppe. Wenn man diese Patienten nur mit Antidepressiva behandelt, bewirkt dies lediglich eine Verbesserung der Gemütslage – an dem Schmerzempfinden ändere sich jedoch nichts. Die Forscher gehen davon aus, dass sich ihre Erkenntnisse auch für andere chronische Schmerzerkrankungen gelten.
07.05.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 07.05.2005

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