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Wintersport: Schneerückgang in den Alpen kam abrupt

Der Schneemangel in den Alpen hat sich nicht stetig gesteigert, sondern begann Ende der 1980er Jahre mit einem plötzlichen Wechsel im Schneeregime, berichtet Christoph Marty vom Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos. Der Forscher hatte Schneehöhen von 34 Stationen in den Schweizer Alpen von den 1930er Jahren bis 2007 ausgewertet.

Während sich an allen untersuchten Stationen Ende der 1980er Jahre plötzlich ein deutlicher Wechsel der bisherigen Bedingungen zeigte, so entwickelten sich die Verhältnisse trotzdem regional unterschiedlich, erklärt Marty. Er macht zwei Faktoren für die Veränderung verantwortlich: Zum einen verbesserte sich zu jener Zeit die Luftqualität in Europa durch erfolgreiche Reinhaltungsmaßnahmen, und zum anderen hatten sich mit Beginn der 1990er Jahre im Winter anhaltend Hochdrucklagen über Zentraleuropa ausgebildet, die in tieferen Lagen vermehrt zu Nebel, in den Hochlagen jedoch zu freiem Himmel führten. Beides förderte die direkte Sonneneinstrahlung in den potenziellen Wintersportgebieten.

Welchen Effekt der Klimawandel zudem hat, lasse sich momentan noch nicht genau sagen, erklärt Marty. Er vermutet jedoch, dass die globale Erwärmung derzeit die Rückkehr zu früheren Schneeverhältnissen verhindere, da mit dem Ende des Auftretens der erwähnten Hochdrucklagen nach 1995 eigentlich wieder dickere Schneedecken zu erwarten gewesen wären.

Viele Wintersportorte der Alpen fürchten mittlerweile um ihre Existenz, denn die Zahl der Tage, an denen Skifahren dank ausreichender Schneehöhe möglich war, verringerte sich seit 1930 teilweise um 20 bis 60 Prozent. Der Tourismus reagiert inzwischen mit Wellness- und anderen alternativen Angeboten, um Interessenten weiter in die Gebiete zu locken. Der Winter 2006/2007 zählt dabei zu den bisher schlimmsten hinsichtlich Schneemangels, in dem sogar das berühmte Weltcup-Rennen auf der Streif von Kitzbühel abgesagt werden musste. (af)

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