Direkt zum Inhalt

Genetik: Schneller und effizienter zu Stammzellen

Induzierte pluripotente StammzellenLaden...
Embryonale Stammzellen erschienen lange als einzigartige Heilsbringer der Medizin, da sie sich zu allen Gewebearten entwickeln und somit auch Ersatzorgane bilden können. Nur ist ihre Gewinnung ethisch umstritten. Neuerdings lassen sich aber auch normale Körperzellen derart umprogrammieren, dass sie genauso vielseitig sind. Erstmals gelang das vor knapp zwei Jahren durch das Einschleusen von vier Genen mittels eines Virus. Trotz etlicher Verbesserungen seither bleibt das Verfahren allerdings langwierig und ineffizient: Es dauert vier Wochen, und nur eine von 10000 Zellen wird erfolgreich umgepolt. Nun konnten Sheng Ding vom Scripps Research Institute in La Jolla (Kalifornien) durch die zusätzliche Gabe von drei Wirkstoffen die Effizienz des Verfahrens um den Faktor 200 steigern und seine Dauer auf zwei Wochen verkürzen.

Die Forscher überlegten, welche Prozesse in der Zelle an der Reprogrammierung beteiligt sind, und wie es gelingen könnte, sie zu verstärken und zu beschleunigen. Als guter Kandidat erschien ihnen der Mesenchym-Epithel-Übergang, der bei der Umwandlung von Fibroblasten in multipotente Stammzellen eine Rolle spielt. Diese haben zwar auch eine gewisse Vielseitigkeit, können aber nicht jeden Gewebetyp bilden. Bei gezielten Tests mit Wirkstoffen, die den Mesenchym-Epithel-Übergang unterstützen sollten, fanden die Forscher zwei Moleküle, die bei gemeinsamer Anwendung die Effizienz der Umwandlung von genmanipulierten Fibroblasten in pluripotente Stammzellen um den Faktor 100 steigerten. Ähnliche Untersuchungen am so genannten cell survival pathway führten dann auf die Verbindung Thiazovivin. In Verbindung mit den beiden anderen Wirkstoffen verdoppelte sie Effizienz der Transformation noch einmal und halbierte die Zeitdauer.

Julia Eder

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos