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Ernährungspsychologie: Schokoladensucht ist nur gefühlt

Die Gründe für die oft unbezwingbare Sehnsucht nach Schokolade liegen im Kopf, nicht in den Inhaltsstoffen der Süßigkeit. Dies vermutet zumindest Peter Rodgers von der Universität von Bristol. Zwar enthalte Schokolade pharmakologisch aktive Substanzen – etwa Serotonin, Tryptophan, Phenylethylamin oder Cannabinoide –, diese finden sich jedoch auch in anderen Lebensmitteln, denen keine stimmungsaufhellende Wirkung zugesprochen wird.

Gerade die Schokoladensorten mit höheren Kakaogehalten und Konzentrationen dieser Wirkstoffe sind zudem weniger beliebt. Der Ruf der Schokolade als Suchtmittel habe daher andere Gründe, so Rogers: Nach gesellschaftlicher Verabredung gelte das Naschwerk als äußerst begehrenswert, sollte zugleich aber in nur Maßen genossen werden. Mit dem Etikett "verführerisch, aber verboten" versehen, führe Schokolade zu "einem unerfüllten Verlangen in Folge der selbstauferlegten Zurückhaltung, was dann als Entzugsschmerz wahrgenommen wird, der wiederum die Schlussfolgerung nahe legt, süchtig zu sein".

Die körperlich befriedigenden Auswirkungen des Schokoladenkonsums vermutet Rodgers in ihrer "orosensorischen", also lustvoll das Mundgefühl stimulierenden Qualität, sowie den einhergehenden "ernährungsphysiologischen Effekten" der offensichtlicheren Inhaltstoffe Zucker und Fett: Sie sättigen schnell und gründlich. (jo)
13.09.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 13.09.2007

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