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Wahrnehmung: Schon Säuglinge lassen sich optisch täuschen

Kleinkinder sind offenbar früher als bisher angenommen in der Lage, perspektivische Bildinformationen zu verarbeiten. Diesen Schluss legen die Ergebnisse einer Studie am Psychologischen Institut der Universität Bonn nahe: Bei der von Laura Hemker und Michael Kavsek entworfenen Versuchsanordnung ließen sich bereits fünf Monate alte Säuglinge von einer optischen Täuschung über die Entfernung von Objekten hinters Licht führen.

Den Kleinkindern wurden zwei Gummitiere angeboten, die auf einem Bild montiert waren, das durch ein Schachbrettmuster mit Fluchtlinien Räumlichkeit vorgaukelte. Den kleinen Probanden wurde, damit die Illusion funktionieren kann, ein Auge abgedeckt. Dann sollten sie per Greifbewegung zwischen den beiden gleich gut erreichbaren Objekten wählen. Normalerweise fassen die Säuglinge nach dem Spielzeug, das ihnen näher erscheint. Sowohl die Gruppe der sieben Monate als auch die der fünf Monate alten Probanden entschied sich deutlich häufiger für das auf Grund des Hintergrundbildes scheinbar nähere Objekt.

Die Beobachtungen sprächen dafür, dass sich die Fähigkeit, Tiefensignale wahrzunehmen, früher als gedacht und allmählich ausbildet, so Kavsek. Bisher sei man davon ausgegangen, dass die Fähigkeit schlagartig mit etwa sieben Monaten auftrete.

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