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Medizin

Schon winzige Hirnverletzungen erhöhen das Schlaganfallrisiko

Hirnläsionen unter einer Größe von drei Millimetern werden von Ärzten oft als unbedenklich eingestuft. Möglicherweise zu Unrecht, wie eine Studie nun zeigt.
Nervengeflecht

Schon winzige Hirnläsionen können möglicherweise das Schlaganfallrisiko erhöhen. Darauf deutet nun eine Untersuchung von Wissenschaftlern um Gwen Windham vom University of Mississippi Medical Center hin. Die Forscher hatten sich die Hirnscans von rund 1900 Probanden zwischen 50 und 73 Jahren angeschaut, die im Rahmen einer Atherosklerosestudie 15 Jahre lang medizinisch begleitet worden waren. Dabei entdeckten sie, dass auch Gewebeschäden im Gehirn unter einer Größe von drei Millimetern, die etwa durch Verletzungen oder Erkrankungen entstehen können, in ihrer Stichprobe das Risiko für einen Schlafanfall bereits verdreifachten. Bei Teilnehmer, bei denen auch noch größere Läsionen hinzukamen, war es sogar sieben- bis achtmal so hoch im Vergleich zu den übrigen Probanden.

Manche dieser Läsionen sind dabei so winzig, dass sie auf MRT-Bildern gerade mal eine Auflösung von einem Pixel haben. Da man bisher keinen Zusammenhang zwischen solchen Miniverletzungen und ernsthaften Erkrankungen feststellen konnte, würden Ärzte sie in aller Regel nicht weiter beachten, erklärt Windham. Bisher kannte man diesen nur zwischen Schlaganfall und größeren Gewebeveränderungen im Gehirn, die auch mit anderen Risikofaktoren wie einer Diabeteserkrankung in Verbindung stehen. Die Ergebnisse von Windham und Kollegen deuten nun erstmals in eine andere Richtung. Ist bei einem Patienten eine Untersuchung im Magnetresonanztomografen ohnehin nötig, sollten Ärzte daher in Zukunft auch winzigen Veränderungen mehr Aufmerksamkeit schenken, empfehlen die Forscher. Sie könnten ähnlich wie Bluthochdruck oder Herzleiden in der Familie als mögliche Anhaltspunkte für die Entscheidung dienen, wie der Patient am besten weiter zu behandeln ist.

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