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Zuhören hilft bei Partnersuche: Schreie enthüllen Pinguin-Geschlecht

Männliche und weibliche Königspinguine sehen sich zum Verwechseln ähnlich - zwei Unterschiede hat jetzt eine Arbeitsgruppe aufgespürt.
Nahaufnahme zweier Königspinguine.

Bei vielen Tieren unterscheiden sich Weibchen und Männchen schon äußerlich – aber nicht bei allen. Königspinguine (Aptenodytes patagonicus) beiderlei Geschlechts sehen ziemlich gleich aus und sind, zumindest für uns Menschen, praktisch nicht zu unterscheiden. Die Pinguine selbst dagegen scheinen damit keine Probleme zu haben. Woran sie potenzielle Partnerinnen und Partner erkennen, dafür hat jetzt eine Arbeitsgruppe um Hannah J. Kriesell vom Centre Scientifique de Monaco Indizien gefunden. Wie das Team in "Ibis" berichtet, verwenden die Vögel eine geschlechtsspezifische Abfolge von Silben, die Männlein und Weiblein sicher unterscheidet.

Verräterisch ist außerdem ein Detail der Schnabelform, das allerdings nur mit einer Trefferquote von 80 Prozent. Die Gruppe um Kriesell untersuchte Pinguine auf Possession Island, etwa 3000 Kilometer südlich von Madagaskar, auf sechs körperliche Eigenschaften und die Syntax ihrer Rufe. Die Schnabelform und die Silbenfolge der Rufe zeigten die deutlichsten Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Außerdem wies das Team nach, dass es sich nicht um eine lokale Besonderheit handelt: In Aufzeichnungen aus der etwa 1300 Kilometer entfernten Brutkolonie auf dem Kerguelen-Archipel ließen sich die Geschlechter der Königspinguine ebenfalls feststellen. Nur wenig Training sei nötig, um den Unterschied sicher zu erkennen, so die Forscherin. In der Feldforschung könne man so in Zukunft die Geschlechter der Pinguine unterscheiden, ohne sie anfassen zu müssen.

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