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Qualitätskontrolle: Schummelbilder in vier Prozent aller Veröffentlichungen

In vielen biomedizinischen Veröffentlichungen fanden sich manipulierte Abbildungen. Fachleute fordern gründlichere Kontrollen.
Junge mit Lupe vor vollgeschriebener Tafel mit Matheformeln

Eines der wichtigsten Argumente für das bestehende System teurer wissenschaftlicher Fachzeitschriften ist die Qualitätskontrolle: Zeitschriften und ihre Redaktionen kontrollieren demnach, ob einzelne Veröffentlichungen einen Mindeststandard einhalten. Eine aktuelle Untersuchung stellt jedoch die Qualität dieser Kontrolle wieder einmal in Frage. Wie ein Team um Elizabeth Bik von der Stanford University nach einer Analyse von über 20 000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen aus dem biomedizinischen Bereich schreibt, fand die Gruppe in etwa vier Prozent aller Veröffentlichungen duplizierte Abbildungen. Etwa die Hälfte davon ist ihrer Ansicht nach ein einfacher Fehler und nicht eine gezielte Verfälschung. Allerdings geht die Forscherin davon aus, dass ihre Zahl zu gering ist – gründlicherer Betrug, der über eine reine Kopie hinausgeht, sei mit ihrem Verfahren nicht zu entdecken.

Die Studie ist nicht die erste ihrer Art, frühere Untersuchungen meldeten sogar weit höhere Mengen manipulierter Bilder – allerdings in wesentlich kleineren Stichproben. Anhand der großen Anzahl untersuchter Veröffentlichungen lässt die Studie der Forscherin neben der reinen Anzahl auch Trends erkennen. Das betrifft sowohl Unterschiede zwischen einzelnen Zeitschriften als auch die zeitliche Entwicklung: Nach den Daten ist der Anteil von Publikationen seit der Jahrtausendwende von unter einem Prozent binnen weniger Jahre auf über vier Prozent gestiegen und verharrt seither auf diesem Niveau. Dagegen liegt der Anteil der korrigierten Veröffentlichungen deutlich unter einem Promille.

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