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Medizin: Schwerelosigkeit macht Salmonellen aggressiv

Salmonellen im AllLaden...
Salmonellen im All | An Bord der Raumfähre Atlantis führte die Astronautin Heidemarie Stefanyshyn Experimente zu den Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Salmonellen durch.
Salmonellen verändern im Weltall die Expression einiger Gene und verdreifachen ihre Virulenz. Als mögliche Ursache identifizierten Wissenschaftler um James Wilson von der Staatsuniversität von Arizona ein Regulatorprotein, das sensibel auf die Bedingungen in der Schwerelosigkeit reagiert.

Im September vergangenen Jahres schickten die Forscher Vertreter des Bakteriums Salmonella typhimurium in speziellen Reaktionsgefäßen an Bord der Raumfähre Atlantis ins All und regten ihr Wachstum an. Zur gleichen Zeit führten sie das identische Experiment in einem speziellen Simulator am Nasa Kennedy Space Center bei irdischer Schwerkraft, ansonsten aber unter gleichen Bedingungen durch.

Die Forscher analysierten die beiden Proben nach der Rückkehr der Atlantis. Verglichen mit den auf der Erde zurückgebliebenen Bakterien veränderte sich bei den Salmonellen aus dem All die Expression von 167 Genen. Zugleich war ihre Virulenz stark erhöht: So starben Mäuse, die mit den Salmonellen aus der Atlantis infiziert waren, dreimal häufiger als bei der Kontrollgruppe.

Eine Schlüsselrolle bei dieser erhöhten Aggressivität kommt womöglich dem Protein Hfq zu. Hfq bindet und reguliert jene RNAs, welche die Gen-Expression kontrollieren. Die Wissenschaftler vermuten, dass diese regulatorischen RNAs wichtige Funktionen bei der zellulären Reaktion auf die Bedingungen im Weltall übernehmen. Welche biochemischen Prozesse die Veränderungen von Hfq tatsächlich auslösen, wissen die Forscher allerdings noch nicht. (may)
25.09.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 25.09.2007

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