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Seit drei Wochen: Schwerer Ölunfall vor Indonesien

Ein außer Kontrolle geratenes Bohrloch lässt Öl ins Meer strömen - vermutlich noch wochenlang.
ÖlspurLaden...

Mehr als elf Millionen Liter Rohöl sind vor der Küste nahe der indonesischen Hauptstadt Jakarta ins Meer geflossen – und das Leck ist bis heute nicht unter Kontrolle. Das jedenfalls berichtet die Branchen-Website oilandgaspeople.com unter Berufung auf einen Mitarbeiter des indonesischen Umweltministeriums. Mutmaßliche Ursache der Ölpest ist eine Bohrung des staatlichen Energieunternehmens Pertamina, die laut Bericht am 12. Juli außer Kontrolle geriet und seitdem pro Tag etwa 3000 Barrel Rohöl ins Meer strömen ließ. Das Unternehmen versucht derzeit den etwa 4500 Quadratkilometer großen Ölteppich zu bekämpfen; gleichzeitig arbeitet ein Spezialunternehmen aus den USA daran, die Bohrung in den nächsten Wochen durch Einspritzen von Zement zu verschließen. Bereits 2018 hatte eine undichte Pipeline von Pertamina vor Borneo eine Ölpest verursacht; bei den Aufräumarbeiten geriet das Öl in Brand und tötete fünf Menschen.

Well taking a kick
Das Video zeigt den »well kick«, der wohl zur Ölpest vor der Nordwestküste Javas führte.

Was genau den Unfall auslöste, sei noch unklar, schreibt Mark Tingay von der University of Adelaide auf Twitter. Die Bohrung sei lange nach dem Ende des eigentlichen Bohrvorgangs außer Kontrolle geraten, als Zement und Stahl der Wände um das Bohrloch gezielt durchlöchert wurden, um das Öl kontrolliert aus der Speicherformation strömen zu lassen. Videos auf oilandgaspeople.com belegen außerdem einen als »well kick« bezeichneten plötzlichen Druckanstieg im Bohrloch, der oft einem »blowout« vorausgeht. Was genau schiefgegangen ist, sei bislang aber nicht sicher, so Tingay. Fotos von der Küste Nordwestjavas zeigen derweil ölverschmutzte Strände. Betroffen seien zwölf Dörfer und eine Anlage zur Salzgewinnung, berichtet der Fernsehsender CNA. Der Druck in der Bohrung habe so weit nachgelassen, dass das Leck wohl schneller geschlossen wird als befürchtet, so Pertamina; das werde jedoch trotzdem noch einige Wochen dauern.

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