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News: 'Sehen heißt glauben'

Obwohl sich die Hinweise in letzter Zeit gehäuft haben, wird so mancher es erst jetzt glauben wollen, da endlich ein Foto vorliegt: Es gibt Planeten außerhalb unseres Sonnensystems!
Und schon stürzen sich die Wissenschaftler auf die Frage, unter welchen Bedingungen die Planeten bewohnbar wären oder selbst Leben hervorgebracht haben könnten.
Die Daten des Hubble Space Telescope sind noch nicht ganz ausgewertet, da wendet sich das Space Telescope Science Institute bereits an die Öffentlichkeit. Was da auf einem Bild zu erkennen ist, scheint ein Planet mit der doppelten bis dreifachen Masse des Jupiter zu sein, der sich in der Nähe eines Doppelsternsystems befindet.

Die Entdeckung wurde von Susan Tereby von der Extrasolar Research Corporation in Pasadena und ihrem Team mit der Near Infrared Camera and Multi-Object Spectrometer (NICMOS) des Hubble-Teleskops gemacht.

450 Lichtjahre entfernt im Sternbild Stier ist das Objekt zu finden, dem die Astronomen zunächst den Namen TMR-1C gegeben haben. Sollte es wie die beiden neugebildeten Sterne in seiner Nähe erst einige Hunderttausend Jahre alt sein, so müßte aus seiner scheinbaren Helligkeit geschlossen werden, daß es etwa die zwei- bis dreifache Masse des Jupiter hat. Es ist jedoch auch möglich, daß das Objekt bis zu zehn Millionen Jahre alt ist. Dann würde es sich um einen riesigen Protoplaneten oder einen Braunen Zwerg handeln – einen Stern, der zu klein ist, um die Kernfusion zu starten.

Das Objekt ist zur Zeit 210 Milliarden Kilometer von den beiden Sternen entfernt und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 30 000 Kilometern pro Stunde in Richtung Weltall. Sein Schicksal ist vermutlich, für immer durch die Milchstraße zu irren.

"Die Ergebnisse erzählen uns nichts direkt über die Anwesenheit Erden-ähnlicher Planeten im Weltall", räumt Tereby ein. "Dennoch glauben wir, das Gasriesen die Bildung kleinerer steiniger Planeten beeinflussen."

Früher wurde angenommen, die komplizierten Gravitationskräfte eines Systems mit zwei Sternen würden die Entstehung von Planeten erheblich erschweren. Zumindest für erdähnliche Planeten haben Daniel P. Whitmire und seine Mitarbeiter von der University of Southwestern Louisiana in Lafayette jetzt auf Grundlage ihrer theoretischen Modelle optimistischere Prognosen gewagt (Icarus vom März 1998). Danach könnten fast 60 Prozent aller Sonnen-ähnlichen Doppelsternsysteme Planeten wie die Erde haben.

Die Forscher legten zunächst fest, welche Anforderungen sie an einen "bewohnbaren" Planeten stellen: Er sollte mindestens 4,5 Milliarden Jahre alt sein und die meiste Zeit flüssiges Wasser beherbergen. Diese Bedingung nahmen sie als erfüllt an, wenn der Planet zwischen 0,95 und 1,15 Astronomische Einheiten (AE) von seinem Stern entfernt ist. Eine AE entspricht der mittleren Distanz zwischen Erde und Sonne.

In ihrem Modell umkreist der Planet einen Stern, der etwa die Masse unserer Sonne hat. Der andere Stern hat zwischen einer halben und einer Sonnenmasse und bewegt sich auf einer leicht elliptischen Bahn. Die Astronomen fragten sich: Wie weit voneinander entfernt müssen die beiden Sterne sein, um unter diesen Bedingungen die Bildung von Planeten innerhalb des bewohnbaren Bereichs um den größeren Stern zu ermöglichen?

Die Antwort fiel überraschend aus. Der kleinere Stern durfte sich bis auf 32 AE nähern. Seine Umlaufbahn wäre dann nur geringfügig größer als die des Planeten Neptun in unserem Sonnensystem. Da viele Doppelsternsysteme annähernd die beschriebenen Eigenschaften aufweisen, könnten rund 57 Prozent von ihnen erdähnliche Planeten haben. Bei weiteren zwei Prozent umkreisen die Sterne einander so eng, daß die Planeten beide zusammen umlaufen könnten.

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  • Quellen
Icarus, NASA, Nature

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