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News: Selbstreinigende Wolle

Australische Chemiker haben einen Weg gefunden, Wolle und Seide mit einer selbstreinigenden Beschichtung zu versehen. Sie überzogen die Fasern mit Nanopartikeln aus Titandioxid, die bei Bestrahlung mit Sonnenlicht Schmutz und Mikroorganismen durch chemische Reaktionen zerstören.

Rotweinfleck | Ein Rotweinfleck auf Wolle direkt nach dem Auftragen und nach acht (mitte) sowie zwanzig (rechts) Stunden unter künstlichem Sonnenlicht. Obere Reihe: unbehandelte Wolle; mittlere Reihe: Titandioxid-Partikel ohne Bernsteinsäure-Behandlung; untere Reihe: mit Bernsteinsäure.
Ohne die Vorbehandlung der Fasern mit Bernsteinsäure haften die Nanopartikel hauptsächlich an den Rändern der Keratinschuppe. Durch die Behandlung bedecken sie die ganze Faser gleichmäßig und haben einen wesentlich stärkeren Reinigungseffekt.
Wolle, Seide und einige andere Naturfasern sind nur schwer zu reinigen, weil sie aus dem Protein Keratin bestehen, das empfindlicher ist als andere Fasermaterialien. Titandioxid erzeugt mit UV-Licht und Luftfeuchtigkeit freie Radikale, die Verschmutzungen und Mikroorganismen auf der Oberfläche zersetzen. Diesen Effekt nutzen bereits selbstreinigende Gebäudeanstriche auf Titandioxid-Basis.

An Fasern aus Keratin haftet Titandioxid jedoch nur schlecht. Das Team um Walid Daoud von der Monash-Universität in Melbourne band deshalb zuerst Bernsteinsäure an die Fasern, an die sich im zweiten Schritt das Titandioxid anlagerte.

Rotweinflecken brachte bereits eine zwanzigstündige Bestrahlung mit simuliertem Sonnenlicht zum Verschwinden. Die Beschichtung ist ungiftig und verändert nach Angaben der Forscher weder Textur noch Tragekomfort der Fasern. (lfi)

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