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Sensationelles Bild: Erstes Unterwasserbild eines Weißen Hais im Mittelmeer

Auch im Mittelmeer leben Weiße Haie. Doch sie werden nur selten beobachtet – und noch seltener in ihrem natürlichen Lebensraum fotografiert.
Ein Hai schwimmt in tiefem, blauem Wasser auf die Kamera zu. Über dem Hai sind zwei kleine Fische zu sehen. Der Hintergrund ist einfarbig blau, was die Tiefe des Ozeans betont. Unten im Bild steht der Text: "© Derk Remmers | GHOST DIVING".
Der Weiße Hai gehört inzwischen auch zu den bedrohten Arten.

Eigentlich wollten die Taucher von der Nichtregierungsorganisation »Healthy Seas Foundation« sogenannte Geisternetze an einem Schiffswrack in der Straße von Sizilien entfernen. Doch dann gelang ihnen Einmaliges: Sie dokumentierten wohl erstmals einen Weißen Hai im Mittelmeer in seinem natürlichen Unterwasserlebensraum, wie die Organisation auf ihrer Seite berichtet. Weiße Haie leben in dem Gebiet, doch werden sie meist nur tot als Beifang von Fischern nachgewiesen oder von Booten aus fotografiert. Hier schwamm der Raubfisch jedoch frei durch das Wasser, begleitet von kleineren, gestreiften Fischen, wie die Bilder und Videos von Dirk Remmers von der Partnerorganisation »Ghost Diving« belegen.

Bis ins frühe 20. Jahrhundert galten Weiße Haie im Mittelmeer als relativ häufig; in der östlichen Adria gab es sogar ein Kopfgeld für getötete Tiere. Inzwischen ist der Bestand jedoch stark zurückgegangen und gilt als stark bedroht. Zudem weiß die Wissenschaft relativ wenig über das Verhalten und die tatsächliche Verbreitung der Art in der Region. Neueste Erkenntnisse deuten beispielsweise an, dass sich vor der spanischen Küste ein Paarungsgebiet der Raubfische und eine ihrer Kinderstuben befinden könnten, wozu Forscher Daten über Jahrzehnte hinweg zusammentragen mussten.

Gefährdet werden die Haie nicht nur, weil sie als Beifang in Fischernetzen enden, sondern auch durch verloren gegangene Netze, die noch jahrelang durchs Meer treiben und für zahlreiche Arten zur Todesfalle werden. Auch an dem von den Tauchern untersuchten Schiffswrack hatten sich derartige Netze verfangen, in denen sich Fische und auch Meeresschildkröten verhedderten und dann starben. Eine frühere Tauchexkursion hatte diese Opfer bemerkt, sodass die Organisation beschloss, das Netz möglichst großflächig zu entfernen: Wracks wie dieses verwandeln sich im Laufe der Zeit in künstliche Riffe, in denen sich zahlreiche Arten ansiedeln. Die Mission sollte diese Tiere entsprechend schützen – zumal die Straße von Sizilien stark befischt wird.

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