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News: Simbabwe verweigert gentechnisch veränderten Mais als Nahrungshilfe

Die Regierung Simbabwes hat Tausende Tonnen Mais aus den USA abgelehnt, die als Nahrungshilfe gegen die Hungerkatastrophe dienen sollten. Zur Begründung nannte ein Regierungssprecher Bedenken gegen die gentechnisch veränderten Samen, die womöglich andere Nahrungsmittel beeinträchtigen oder – bei Verwendung als Saatgut – ungewollt gentechnisch veränderte Pflanzen in dem Land etablieren würde. Bisher ist gentechnisch verändertes Saatgut und der Anbau solcher Pflanzen in Simbabwe verboten. Andere afrikanische Länder haben der Einfuhr inzwischen zugestimmt, teilweise jedoch unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. So soll beispielsweise in Sambia genaustens überwacht werden, was mit dem Mais geschieht.

Ein Lösungsvorschlag in dem Konflikt lautet, die Körner zu mahlen, um die Verwendung als Saatgut unmöglich zu machen. Während Per Pinstrup-Andersen vom International Food Policy Research Institute in Washington Mugabe vorwirft, der Präsident wolle damit nur seine Unabhängigkeit von westlichen Ländern beweisen, betont Alice Wynne von der britischen Nichtregierungsorganisation ActionAid, dass die Nahrungskrise nicht dazu führen dürfe, gentechnisch veränderte Pflanzen durch die Hintertür in den Ländern einzuführen – die Menschen dürften ihr Recht auf ein Nein zur Gentechnik nicht verlieren, weil sie hungrig seien.

Die derzeitige Hungerkatastrophe in Afrika bedroht mindestens 14 Millionen Menschen, und obwohl einige Regionen Äthiopiens dieses Jahr Spitzenernten hatten, sorgt die mangelnde Infrastruktur dafür, dass die Einfuhr von Mais aus Argentinien billiger ist als der innerafrikanische Transport.

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  • Quellen
New Scientist

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