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Waldbrände: Smog sorgt für apokalyptische Bilder

In Indonesien herrscht momentan Trockenzeit, weswegen vielerorts Vegetation abgebrannt wird. Das sorgt in der Provinz Jambi für roten Himmel.
Rodungsfeuer in Indonesien (Archivbild)Laden...

Die Szene sieht aus wie aus einem apokalyptischen Film – oder zumindest wie manche Aufnahmen der Marsrover: Der ganze Himmel ist rot, die Landschaft am Boden auch. Doch die Bilder sind offensichtlich real, wie ein Bewohner der indonesischen Provinz Jambi gegenüber der BBC versicherte. Der Dorfbewohner Eka Wulandari aus Mekar Sari hatte sie fotografiert und gefilmt und auf Facebook und Twitter geteilt, wo sie sich rasant verbreiteten. Verursacht wurde der rote Himmel durch den Rauch der zahlreichen Wald-, Torf- und Plantagenbrände, die zurzeit in der Provinz Jambi auf Sumatra toben: Die freigesetzten Partikel sorgen dafür, dass das einfallende Sonnenlicht je nach Wellenlänge unterschiedlich stark gestreut wird.

Laut Koh Tieh Yong von der Singapore University besteht der Smog über Jambi gegenwärtig zu einem größeren Teil aus Aerosolen, die einen Durchmesser von weniger als 0,05 Mikrometer aufweisen. Sie streuen rotes Licht stärker als blaues Licht, so dass der Himmel in unserer Wahrnehmung rot erscheint, erläutert der Wissenschaftler gegenüber der BBC – ein Prozess, der insgesamt als Rayleigh-Streuung bezeichnet wird. Dazu passt auch, dass die indonesische Wetterbehörde mit Hilfe von Satelliten zahlreiche Feuer und dicken Rauch über der Provinz aufzeichnete.

Die Feuer sind seit Jahren ein wiederkehrendes Problem während der Trockenzeit von Juli bis Oktober: Dann brennen Kleinbauern und Konzerne bestehende Plantagen oder Regenwald ab, um die Flächen für die Neuanpflanzung von zumeist Ölpalmen vorzubereiten. Die vorhandenen Wälder wie auch die Plantagen auf gerodeten Flächen stehen jedoch häufig auf dicken Torfböden. Sie brennen nicht richtig, sondern kokeln meist vor sich hin, wobei sie große Mengen an Kohlendioxid und Ruß ausstoßen. Der Smog hüllt regelmäßig die großen Metropolen der Region wie Singapur oder Kuala Lumpur ein. Er gilt als gesundheitsschädlich und gibt Anlass für diplomatische Verstimmungen zwischen Indonesien und den Anrainerstaaten – doch das Schauspiel wiederholt sich dennoch jährlich.

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