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Coronavirus-Epidemie : Smog über China lichtet sich

Die Coronavirus-Epidemie hat China fest im Griff. Und weil das Leben in vielen Städten des Landes stillsteht, geht auch die Luftverschmutzung zurück, wie Satellitenbilder zeigen.
Stickstoffdioxid-Dichte über China: links im Januar 2020, rechts im Februar 2020Laden...

Noch im Januar 2020 zeigten Satellitenbilder dichte, gelbbraune Schwaden aus Stickstoffdioxid (NO2) über den großen Metropolen Chinas. Im Februar haben sich – wie aus weiteren Aufnahmen der NASA und der europäischen Raumfahrtbehörde ESA hervorgeht – die Smogwolken verzogen. Stickstoffdioxid wird vor allem von Fahrzeugen, Kraftwerken und Fabriken ausgestoßen. Offenbar haben nun die Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus wohl teilweise zu einem Rückgang der Luftverschmutzung in China geführt.

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Zuerst sei die Abnahme an Stickstoffdioxid in der Luft über Wuhan sichtbar geworden, hieß es von der NASA. Aus der Millionenmetropole waren erstmals Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 gemeldet worden, kurz danach war die Stadt weitgehend unter Quarantäne gestellt worden. Der Verkehr in und aus der Stadt wurde eingestellt, Fabrik und Unternehmen wurden geschlossen.

Luftverschmutzung über WuhanLaden...
Luftverschmutzung über Wuhan | Für gewöhnlich geht jedes Neujahr die Stickstoffdioxidbelastung in China zurück. Doch wie Experten der NASA berichten, ist die Luftverschmutzung wie hier über Wuhan weiterhin sehr gering. Die Ursache dürfte bei der Coronavirus-Epidemie liegen.

Von Wuhan habe sich der Rückgang des Stickstoffdioxidausstoßes über China ausgebreitet. In der Zeit rund um das chinesische Neujahrsfest Ende Januar oder Anfang Februar würde die Luftverschmutzung zwar stets abnehmen, aber der jetzt beobachtete Rückgang halte deutlich länger an und ist laut NASA nicht auf örtliche Wetterbedingungen zurückzuführen.

»Das ist das erste Mal, dass ich so einen dramatischen Rückgang über so einer großen Fläche auf Grund eines spezifischen Ereignisses sehe«, sagte NASA-Wissenschaftlerin Fei Liu. Zuvor sei unter anderem während der Wirtschaftskrise 2008 ein gradueller Rückgang zu beobachten gewesen, außerdem – allerdings vorübergehend und lokal – während der Olympischen Spiele in Peking 2008. (dpa/kas)

10/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 10/2020

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