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Evolution: So sahen die ersten Schlangen aus

Der letzte gemeinsame Vorfahr aller heutigen Schlangen machte die warmen Wälder des Superkontinents Laurasia unsicher. Sein altmodischer Heckantrieb hingegen hatte keine Zukunft.
Urahn aller Schlangen

Forscher haben den letzten gemeinsamen Vorfahren aller heutigen Schlangen identifiziert. An der Wurzel des Stammbaums steht ein Tier, das vor rund 128 Millionen Jahren in den warmen, südlichen Wäldern des Superkontinents Laurasia lebte und sich dort von Wirbellosen und allerhand Kleingetier, darunter auch den ersten Säugetieren, ernährte.

Das schließen die Wissenschaftler um Allison Hsiang von der Yale University aus Genvergleichen und Anatomiestudien an insgesamt 73 modernen und ausgestorbenen Tieren. Ihre sei die erste Studie, die systematisch alle relevanten Informationen zusammengetragen hat, so die Forscher in einer Pressemitteilung.

Jagd auf kleine Felltiere | Zur Beute der ersten Schlangen (sowie der meisten anderen Räuber im Wald der Unterkreide) zählten die ersten Säugetiere. Anders als ihre Nachfahren hatten die Schlangen damals noch ihre Hinterbeine zur Fortbewegung.

So gelang es ihnen auch, eine Antwort auf die Frage nach dem Verlust der Beine zu geben: Der letzte gemeinsame Vorfahr hatte demnach bereits seine Vorderbeine verloren, die Hinterbeine waren hingegen noch komplett ausgebildet, inklusive Knöcheln und Zehen. Bemerkenswert sei, dass das Reptil nacht- oder dämmerungsaktiv war. Heutige Schlangen sind dagegen überwiegend am Tag unterwegs. Im warmen Klima der Unterkreidezeit konnten sie aber offenbar auch in den Abendstunden genügend Körperwärme für ihre räuberische Ernährungsweise aufbringen. Wie Schlangen heute verschluckte der Urahn seine Beute am Stück, konnte sie aber nicht erwürgen.

In der Forschung herrschte bislang Uneinigkeit darüber, ob sich Schlangen an Land oder im Wasser entwickelten. Letzteres wollen die Wissenschaftler um Hsiang nun jedoch eindeutig ausgeschlossen haben. Die Fähigkeit, am, im und unter Wasser zu leben, hat sich bei den Nachfahren des Urahns demzufolge mehrmals unabhängig voneinander entwickelt.

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