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News: Sonar verursacht bei Walen Taucherkrankheit

Neue Ergebnisse untermauern den Verdacht, dass der Einsatz von Sonar-Geräten an Bord von Militärschiffen für das gehäufte Stranden von Walen verantwortlich ist. Bei der Untersuchung von 14 an der Küste der Kanarischen Inseln gestrandeten Schnabelwalen stellten Wissenschaftler Embolien und Verletzungen lebenswichtiger Organe durch Gasblasen fest. Ähnliche Symptome treten beim Menschen bei der Taucherkrankheit auf.

Nach Ansicht der Forscher um Paul Jepson von der Zoologischen Gesellschaft in London läßt dies auf ein zu schnelles Auftauchen der Tiere aufgrund der starken Lärmbelastung schließen. Doch auch der direkte physikalische Einfluss der Schallwellen auf die Gasblasenbildung im Blut der Wale könnte eine Ursache für die Symptome sein.

Die Wale waren nur vier Stunden nach Beginn des Einsatzes von Mittelfrequenz-Sonar im Rahmen von Militärübungen der Marine im September 2002 gestrandet.

Mit Hilfe von ausgesendeten Schallwellen können Sonar-Geräte unter Wasser, vergleichbar mit Radar-Geräten, zur Ortung von Hindernissen, Fischschwärmen und U-Booten eingesetzt werden. Diese Schallwellen führen nach Ansicht von Tierschützern und Forschern aber unter anderem zu Verletzungen des Innenohres der Meeressäuger und beeinflussen so deren Orientierungssinn.

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  • Quellen
Nature 425: 575–576 (2003)

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