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Infektionskrankheiten: Spanische Grippe: Gefährliche Überreaktion des Immunsystems

Die so genannte Spanische Grippe, die 1918 bis zu fünfzig Millionen Menschen das Leben kostete, war US-amerikanischen Wissenschaftlern zufolge unter anderem deshalb so tödlich, weil sie eine Überreaktion des Immunsystems auslöste.

John Kash und seine Kollegen von der Universität von Washington in Seattle hatten Labormäuse mit dem rekonstruierten Virus von damals infiziert. Anschließend untersuchten sie das Lungengewebe der erkrankten Tiere und verglichen es mit dem Gewebe von Mäusen, die sich mit normaler Grippe angesteckt hatten.

Die Analyse der Genaktivität in der Lunge offenbarte, dass die Immunantwort auf eine Infektion mit der Spanischen Grippe sehr viel stärker ausfiel: Eine Überproduktion an Entzündungsfaktoren trieb zu viele Zellen in den Tod. Normalerweise werden durch diesen programmierten Zelltod nur schon schwer angegriffene Zellen beseitigt.

Den neuen Erkenntnissen nach sollte bei vergleichbaren Virusinfektionen nicht nur der Erreger bekämpft, sondern auch die Immunantwort reguliert werden. Sie dürfte allerdings nicht wie bei Grippen üblich gestärkt, sondern müsste abgeschwächt werden. Dies könnte auch auf die Vogelgrippe zutreffen, bei der ebenfalls ähnliche Mechanismen zum Tragen kommen.
28.09.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 28.09.2006

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