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Klima: Speichern Böden mehr Kohlenstoff als vermutet?

Manche Böden können bei erhöhten Kohlendioxidgehalten womöglich mehr Kohlenstoff speichern als bislang vermutet. Dies könnte erklären, warum die derzeit tatsächlich gemessenen CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre niedriger liegen, als Modellierungen des Treibhausgasanstiegs vorhersagen.

Kevin Harrison von der Northeastern University in Boston und seine Kollegen hatten Bodenproben aus Weißeichenwäldern untersucht, die erhöhten Kohlendioxid-Konzentrationen ausgesetzt wurden. Nach vier Wachstumsperioden wiesen die zusätzlich begasten Parzellen durchschnittlich 14 Prozent mehr Kohlenstoff auf als unbehandelte Waldstücke.

Es wurde schon länger gemutmaßt, dass höhere Kohlendioxidgehalte in der Luft das Pflanzenwachstum anregen und auf diese Weise mehr Kohlenstoff einbauen und zumindest temporär speichern. Auf diese Weise würden sie den Anstieg von Treibhausgasen etwas verzögern und den Klimawandel abmildern. Allerdings wurden in mehrjährigen Studien auch gegensätzliche Ergebnisse festgestellt. Die Rolle der Vegetation als Treibhausgas-Senke ist daher unklar. Sollten sich die Erkenntnisse der Wissenschaftler um Kevin Harrison nun auch in anderen Ökosystemen bestätigen, ließen sich damit bestehende Klimamodelle besser kalibrieren.

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