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Sozialverhalten: Spendable Alpha-Männchen

Wenn es nur wenige Frauen gibt, versuchen Männer mit Geld besonders zu beeindrucken.
GeldsegenLaden...

Sind in einer Population die Weibchen in der Unterzahl, dann entbrennt im Tierreich schnell ein erbitterter Kampf zwischen den Vertretern des männlichen Geschlechts. Forscher um Vladas Griskevicius von der University of Minnesota konnten ähnliche Verhaltensmuster jetzt auch beim Menschen beobachten: Männer werden plötzlich sehr spendabel, wenn es an Frauen mangelt.

Die Wissenschaftler präsentierten 46 männlichen Studenten manipulierte Zeitungsartikel, die entweder von zu wenig Männern oder aber zu wenig Frauen auf dem Campus berichteten. Anschließend befragten sie die Probanden, wie viel sie in Zukunft von ihrem Geld sparen möchten oder ob sie ihre finanzielle Lage vielleicht sogar mit einem Kredit verbessern würden.

Wenn die Studentinnen in der Minderheit waren, zeigten sich ihre männlichen Kommilitonen überraschend spendabel: Sie wollten rund 42 Prozent weniger sparen und waren auch eher geneigt, sich Geld zu leihen. Einen ähnlichen Effekt konnten die Forscher in einem Versuchsszenario beobachten, bei dem die Probanden am Ende wählen durften, ob sie lieber direkt für ihre Teilnahme bezahlt werden wollten oder einen Monat später – dafür dann aber wesentlich besser. Auch hier nahmen Männer lieber Verluste in Kauf und erhielten ihr Geld sofort, wenn sie glaubten, dass es zu wenig Frauen gab. Anhand statistischer Daten konnten Griskevicius und seine Kollegen außerdem belegen, dass in amerikanischen Städten mit vergleichbaren sozialen und infrastrukturellen Bedingungen tatsächlich mehr Geld ausgegeben wird, wenn junge Single-Männer in der Überzahl sind.

Wie sah es nun bei den Frauen aus? Studentinnen ließen sich zwar nicht zu überflüssigen Konsumausgaben drängen, zeigten aber eine klare Vorstellung, wofür Männer ihr Geld ausgeben sollen, wenn das weibliche Geschlecht rar ist: für romantische Restaurantbesuche, Valentinstagsgeschenke und Verlobungsringe!

Griskevicius deutet das verschwenderische Verhalten der Männer als starkes Konkurrenzdenken: Wenn nur wenige Frauen im reproduktiven Alter verfügbar sind, versuchen die Herren der Schöpfung besonders mit Geld als Statussymbol zu beeindrucken.

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