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News: Spinnen als Wegweiser

Sollten Sie sich jemals gewundert haben, wie Spinnen den Weg in ihre Badewanne gefunden haben? Schwedische Wissenschaftler denken, sie haben die Antwort auf diese Frage. Zumindest eine Art von Spinnen nutzt einen 'internen Kompaß', mit dessen Hilfe die Tiere sich an der Polarisierung des Lichts orientieren können.
Marie Dacke von der Lund University und ihre Kollegen untersuchten Spinnen der Art Drassodes cupreus. Dabei machten sie eine interessante Entdeckung: Die Tiere scheinen eine Art "Kompaß" zu besitzen. Einem zweiten Augenpaar wird diese Funktion zugeschrieben, welches sich direkt neben den eigentlichen Augen am Cephalothorax befindet. Die spezialisierten sekundären Augen werden von Drassodes cupreus dazu genutzt, die Polarisierung des Himmelslicht zu analysieren. Bilder können die Augen nicht abbilden, da sie gar keine Linsen besitzen – dafür aber einen einzigartigen eingebauten Filter, durch den die Spinnen die Polarisationsrichtung des einfallenden Lichtes exakt feststellen können. Da die Schwingungsebene des Himmelslichtes sich mit der Position der Sonne verändert, bieten die Augen so eine effektive Navigationsmethode.

Die Wissenschaftler zeigten, daß der "Spinnenkompaß" am besten bei Sonnenauf- und untergang funktioniert. Die Spinnen der Art Drassodes cupreus, die in vielen Gebieten Nordeuropas verbreitet sind, zeigen ihre größte Aktivität nach dem Abendrot, wenn sie sich auf ihre Interpretation des polarisierten Lichtes verlassen, um nach der Nahrungssuche sicher wieder nach Hause ins Nest zu kommen.

Um die Orientierungsfähigkeit der Spinnen zu testen, schickten die Forscher sie durch eine Gegend, in der sich mehrere Nester befanden. Unter normalen Bedingungen hatten die Versuchstiere kaum Schwierigkeiten wieder nach Hause zu finden. Doch wurden ihre sekundären Augen abgedeckt, landeten nur noch wenige wieder im sicheren Nest.

Es gibt Hinweise auf ähnliche Organe bei anderen Spinnen. So mag Drassodes cupreus also nicht die einzige Art mit integriertem Kompass sein. Die Fähigkeit, sich mit Hilfe polarisierten Lichts zu orientieren, ist auch schon von Tieren wie Bienen und Ameisen bekannt.

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