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Arachniden: Spinnennetz nur einmal in der Evolution entstanden?

Das Radnetz der Spinnen entstand im Laufe der Evolution nur ein einziges Mal und nicht mehrmals unabhängig in mehreren Gruppen. Diesen Schluss ziehen Jessica Grab und ihre Kollegen aus einer genetischen Analyse, die bei verschiedenen Vertretern die gleichen Erbanlagen für Seidenproteine fand [1].

Radnetze | Zwei Varianten von Radnetzen: Links das Netz einer cribellaten Spinne, das die Beute mittels feinster Spinnwolle festhält. Rechts das Netz der Wespenspinne (Argiope trifasciata), die ihren Fangfaden mit klebrigen Tröpfchen benetzt.
Die Wissenschaftler hatten das Erbgut von Deinopis spinosa und Uloborus diversus untersucht. Diese beiden Vertreter der Cribellata statten ihr Netz mit Cribellumwolle aus: feinsten Wollfäden, die mit einer Art Kamm locker auf den Hauptfaden gebürstet wird. Diese feinen Fäden binden die Beute durch adhäsive Kräfte.

Im Gegenzug dazu benetzen die Ecribellata, zu denen auch die Kreuzspinne zählt, ihren Fangfaden mit klebrigen Tröpfchen. Diese unterschiedlichen Vorgehensweisen ließ Forscher bislang vermuten, dass das hochentwickelte Radnetz mindestens zweimal konvergent entstand. Der Genanalyse zufolge dürfte aber ein gemeinsamer Ahne und Erfinder des Radnetzes vor mindestens 136 Millionen Jahren gelebt haben.

Gefangene Wespe in Bernstein | Dieser parasitischen Wespe wurde vor 110 Millionen Jahren ein Spinnennetz zur wohl tödlichen Falle.
Wie lange Spinnen schon erfolgreich auf Insektenjagd gehen, demonstriert ein Bernsteinfund aus Spanien. Ein Forscherteam um David Grimaldi vom Amerikanischen Naturhistorischen Museum entdeckte in einem 110 Millionen Jahre alten Stück eine parasitische Wespe, eine Milbe und einen Käfer, die in Resten von klebriger Spinnenseide gefangen sind [2]. Sie ergänzen damit den Fund des bislang ältesten Radnetzspinnen-Fossils in einem 115 Millionen Jahre alten Bernstein ebenfalls in Spanien, der am Mittwoch publiziert wurde.

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