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Marsrover: Spirit bleibt stehen

Der Marsrover Spirit
Der Marsrover Spirit landete am 4. Januar 2004 im Krater Gusev auf dem Roten Planeten und funkte seitdem zehntausende Fotos und umfangreiche Messdaten zu Marsgesteinen zu Erde zurück. Ursprünglich sollten Spirit und seine identische Schwestersonde Opportunity nur für 90 Tage auf dem Mars arbeiten, sie haben diese Zeit aber bereits um das mehr als 24-Fache übertroffen.

Im Juni 2009 hatte sich der Marsrover in einem feinkörnigen Gebiet namens "Troy" festgefahren und seitdem gelang es den Missionskontrolleuren der NASA nicht, den Rover aus seiner Falle wieder herauszumanövrieren. Trotz mehrmonatiger Bemühungen und mit einem Testrover in einer Sandbox auf der Erde gelang es nicht, Spirit zu befreien, da zu allem Unglück mittlerweile auch die Antriebe von zweien der sechs Räder versagt haben.

Spirit soll nun so bewegt werden, dass sein Solarpaneel zur Stromversorgung mölichst optimal zur Sonne ausgerichtet ist, damit der Rover den herannahenden Marswinter mit entsprechend niedrigem Sonnenstand überstehen kann. Im Mai wird der Südwinter auf dem Roten Planeten beginnen.

Die Missionskontrolleure möchten bis Mitte Februar Spirit relativ weit nach Süden neigen, so dass die dann im Norden stehende Sonne in einem möglichst steilen Winkel auf die Solarzellen einfällt. Damit könnte es gelingen, genug Strom zu erzeugen, um in Abständen von einigen wenigen Tagen weiterhin Bilder und Messdaten von Spirit abzurufen.

Bliebe Spirit so stehen wie jetzt, ist zu befürchten, dass die Energie nicht ausreicht, die vitalen Teile der Bordelektronik ausreichend mit Strom zu versorgen. Die Elektronik würde dann zu kalt wird und fiele aus. Möglicherweise kann Spirit durch das Neigemanöver noch einige Monate oder vielleicht sogar Jahre durchhalten. Man möchte ihr zurufen: Halt durch, Spirit!

Die Schwestersonde Opportunity in der Marsregion Meridiani Planum hat dagegen keine technischen Probleme. Sie legte bislang mittlerweile seit ihrer Landung annähernd 20 Kilometer auf der Marsoberfläche zurück und soll noch weitere zwölf Kilometer bis zu einem rund 20 Kilometer großen Einschlagkrater namens Endeavour fahren, um ihn zu erkunden.

Tilmann Althaus

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