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Mars-Missionen: Spirit leidet an "Arthrose" im Vorderrad

Pot of Gold
Der Marsroboter Spirit zeigt offenbar erste Verschleißerscheinungen: Sein rechtes Vorderrad zieht zwei- bis dreimal mehr Energie als die anderen Räder. Dies könnten erste Spuren von Alterung und Abnutzung sein, erklärte Mark Adler, Leiter der Mars-Missionen am Jet Propulsion Laboratory. Notfalls könne Spirit aber auch ohne das Rad weiterkommen. Vor der "Arthrose" hatte das Gefährt den Wissenschaftlern schon in der vergangenen Woche mit "Ohrenschmerzen" Sorgen bereitet, als es wegen des einbrechenden Winters mit Temperaturen von minus 46 Grad Celsius zeitweise keine Signale von den Bodenstationen empfangen konnte.

"Pot of Gold" | Auch Spirit ist auf aus dem umgebenden Gestein herauswitternde Steinkügelchen gestoßen. Opportunity hatte ähnliche Strukturen direkt am fünften Tag in seiner neuen Heimat in der Meridiani-Ebene entdeckt. Wissenschaftler vermuten, dass sich diese durch ausgefällte Mineralien im Grundwasserbereich gebildet haben.
Spirit hat inzwischen damit begonnen, die etwa 90 Meter hohen Columbia-Hügelkette zu erklettern, auf die er sich die letzten zwei Monate zu bewegt hatte. Dort stieß er überraschend auch auf ähnliche, "Heidelbeeren"-artige und aus dem umgebenden Material herauswitternde Steinkugeln, wie Opportunity sie auf der anderen Marsseite in der Meridiani-Ebene vorgefunden hatte. Allerdings sind die Funde von Spirit variabler in der Form: Manche sind mehr eiförmig als rund. Wissenschaftler der Universität von Utah vermuten, dass sich die von Opportunity vorgefundenen Hämatitkugeln durch Ausfällung von Eisenoxiden im Grundwasserbereich gebildet haben. Die genauere Zusammensetzung der von Spirit aufgestöberten Steinkugeln und damit ihre Entstehung ist noch nicht bekannt.

Außerdem sichtete Spirit verwitternde Gesteine, bei denen eine harte Kruste offenbar anfälligeres Innenmaterial umschließt. Teilweise ist nur die widerstandsfähige "Außenhaut" erhalten, die dann wie ein leeres Zelt auf dem Boden steht.

Endurance-Krater | Dieses Falschfarbenbild zeigt jenen Abschnitt des Endurance-Kraters, den Opportunity gerade untersucht. Der Marsroboter inspiziert ein Loch, das er ein einen flachen Stein, der auf den Namen "Tennessee" getauft wurde, gebohrt hat. Die Wissenschaftler vermuten, dass er aus demselben Evaporit-reichen Material besteht wie die Gesteine im zuvor besuchten Eagle-Krater. Evaporite entstehen als Restsedimente einer ehemaligen Wasserfläche, die verdunstet.
Opportunity ist dagegen inzwischen fünf Meter abwärts gerollt – in den Endurance-Krater. Um ein Abrutschen zu verhindern, lassen ihn die Forscher nur langsam vorwärts kommen und an manchen Stellen auch wieder ein Stückchen aufwärts klettern. Er soll nun tiefere Einblicke in die deutlich zu erkennenden geologischen Schichtgrenzen und damit weitere Hinweise auf Wasservorkommen in der Vergangenheit liefern. Nächstes Ziel ist zunächst der 36 mal 15 Zentimeter große Steinbrocken "Tennessee", so benannt nach seiner Form, den Opportunity mit seinem Spektrometern und der Mikrokamera genauer unter die Lupe nehmen wird. Der Brocken liegt in einem Bereich, den Wissenschaftler für sehr sulfatreich halten. Sie hoffen hier auf weitere Fingerzeige für ehemalige Wasserbedeckung, wie sie Opportunity zuvor an anderer Stelle aufgespürt hatte.

Beide Mars-Rover leisten inzwischen eifrig Überstunden, denn die Mission war ursprünglich auf drei Monate – bis Ende April – angesetzt.

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