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Marsrover: Spirit vielleicht für immer stumm?

Der Marsrover Spirit
Vor rund sechseinhalb Jahren setzteim Januar 2004 der Marsrover Spirit im Krater Gusev nahe des Äquators auf dem Roten Planeten auf. Was als 90-tägige Primärmission geplant war, entwickelte sich zu einer mehr als sechsjährigen Exkursion auf dem Planeten Im Frühjahr 2009 war die Fahrt von Spirit jäh zu Ende gegangen, als sich der Marsrover in einer Anhäufung feinen Materials festfuhr und sich kaum noch bewegen konnte.

Immer wieder versuchten die Missionskontrolleure des Jet Propulsion Laboratory JPL in Pasadena, Kalifornien, den Rover wieder flott zu bekommen, aber ohne Erfolg. Im Frühjahr 2010 gaben sie die Befreiungsversuche auf, ohne dass es ihnen gelang, den Marsrover in eine optimale Position für den herannahenden Marswinter zu bringen, der von Mai bis November 2010 dauert.

Spirit und seine identische Schwestersonde Opportunity, die ohne Probleme funktioniert, beziehen ihre Energie von Solarzellen, die in Bordbatterien gespeichert wird. Wäre Spirit manövrierfähig gewesen, so hätten ihn die Missionkontrolleure so ausgerichtet, dass sein Solarpaneel möglichst direkt zur tiefstehenden Sonne im Winter ausgerichtet gewesen wäre. Damit hätte der Sonde genug Energie zur Verfügung gestanden, die vitalen Bauteile unter Strom und auf ausreichender Temperatur zu halten.

Da aber ein Ausrichten nicht möglich war, mussten die Missionskontrolleure zusehen, wie die Energievorräte an Bord von Spirit immer mehr schwanden. Schließlich brach der Kontakt am 22. März 2010 ab und seitdem war vom Rover nichts mehr zu hören gewesen. Die Missionkontrolleure hofften, dass sich Spirit in einem so genannten "low power mode reset" befindet und sich bei höherem Sonnenstand wieder von alleine melden würde. Aber bislang gab die Sonde keinen Mucks von sich.

Nun haben die Missionskontrolleure des JPL damit begonnen, Spirit aktiv zum Senden aufzufordern. Auf Funksignale von der Erde soll der Rover mit einem einfachen, kurzen "Funkpieps" antworten, doch bislang ohne Erfolg. Diese Stille sehen die Missionkontrolleure als sehr schlechtes Zeichen an. So sagte der Direktor des Marserkundungsprogramms der NASA, Doug McCuistion: "Es wäre ein Wunder vom Mars, wenn unser geliebter Rover nach Hause telefonieren würde".

Da die Heizelemente an Bord von Spirit wahrscheinlich ohne Energie sind, dürfte die Temperatur im Inneren der Sonde auf bis zu –55 Grad Celsius gefallen sein. Somit könnte es zu mechanischen Schäden durch schrumpfende Platinen in der Bordelektronik kommen, wodurch Schaltungen auseinandergerissen werden und versagen. Noch aber haben die Missionskontrolleure nicht alle Hoffnung aufgegeben. Die Chancen, von Spirit noch einmal etwas zu hören, werden jedoch immer geringer. Aber immerhin hat Spirit schon jetzt sein Plansoll um das 25-Fache übertroffen.

Tilmann Althaus

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