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Erfolg in der Forschung: Sprachstil und »Impact« hängen zusammen

Schwer lesbare Forschungsarbeiten hinterlassen in ihrem Fachgebiet weniger Spuren.
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Wer viele lange Sätze und Wörter schreibt, wird von den Fachkollegen seltener zitiert. Das gilt zumindest für die Wirtschaftswissenschaften, wie eine Studie in den »Economics Letters« zeigt. Darin hat Autor Bryan McCannon alle Forschungsarbeiten analysiert, die zwischen 2000 und 2009 im »American Economic Review« erschienen sind.

Der Ökonom von der West Virginia University bestimmte das sprachliche Niveau der 579 Studien anhand von sieben Kennwerten, zum Beispiel dem »Linsear Write«, mit dem die U.S. Airforce ihre Handbücher prüft. Das sprachliche Niveau der Texte war demnach im Mittel so hoch, dass sie erst nach mindestens einem Jahr Studium gut zu verstehen waren. Wie viel »Impact«, also fachlichen Einfluss eine Studie auf ihrem Gebiet hatte, machte McCannon daran fest, wie oft sie von Fachkollegen zitiert wurde.

Ergebnis: Es spielte keine Rolle, ob eine Forschungsarbeit vergleichsweise leicht oder nur mäßig verständlich war. Zählte sie aber zu den am schwersten verständlichen 15 Prozent, erntete sie je nach Kennwert rund 100 bis 150 Zitate weniger. Die Indizes berücksichtigen in der Regel, wie viele Wörter ein Satz enthält und wie viele davon mehrsilbig sind.

Aus der Studie könne man allerdings nicht darauf schließen, dass lange Wörter und Sätze tatsächlich an einem ausbleibenden Erfolg schuld sind, erläutert der Ökonom. Zwar habe er einige andere mögliche Faktoren kontrolliert, etwa ob die Autoren an einer Eliteuniversität forschten. Doch Impact und Stil könnten beide auch eine andere Ursache haben, zum Beispiel die fachliche Kompetenz.

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