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News: Springende Gene in der Gentherapie

Die Gentherapie gilt seit Jahren als ein Hoffnungsträger, um in Zukunft schwere Krankheiten wie Krebs oder die Alzheimersche Demenz heilen zu können. Dennoch blieb der große Durchbruch noch aus, weil die bisherigen Methoden häufig zu schweren Nebenwirkungen führten. Mit einem neuen Ansatz wollen Molekularbiologen dieses Problem umgehen. Dafür nutzen sie mobile genetische Elemente, die natürlicherweise in Erbsubstanzen vorkommen und die 'gesunde' Gene zielsicher transportieren sollen.
Das Konzept der Gentherapie wirkt bestechend einfach und überzeugend. Da viele Krankheiten auf Fehlern im Erbgut basieren, sollte sich die Ursache beheben lassen, wenn einfach ein zweites, intaktes Gen in das Genom "transplantiert" wird. Für den durchgreifenden Erfolg fehlte es in der Vergangenheit allerdings an geeigneten "Transportmitteln", welche die Gene in die kranke Zelle schleusen konnten. Die Wissenschaftler setzten meist abgeschwächte Viren dafür ein, die sie mit der gewünschten Fracht beladen hatten. Allerdings waren die Viren doch nicht so unschädlich wie erhofft und konnten heftige Nebenwirkungen hervorrufen. Darüber hinaus gewährleistet diese Technik nicht, dass die intakten Genkopien an ihren Zielort im Erbgut gelangen, vielmehr können sie sich auch an unerlaubten Stellen einbauen und somit essentielle Gen-Information zerstören.

Eric Wickstrom vom Jefferson Medical College der Thomas Jefferson University in Philadelphia geht mit seinen Kollegen dazu einen anderen Weg. Die Wissenschaftler nutzen die Eigenschaften so genannter Transposons, mobiler genetischer Elemente, die sich "aus eigener Kraft" aus der Erbsubstanz ausschneiden, ein Gen dabei mitnehmen und sich und ihr Gepäck woanders wieder einsetzen. Mit einem Transposon aus dem Darmbakterium Escherichia coli, das ein Antibiotika-Resistenzgen transportierte, hat das Team ermutigende Ergebnisse gesammelt (Gene vom 22. August 2000). "Das Transposon hat sich exakt an die richtige Stelle gesetzt", sagt Wickstrom, und der Erbfaktor war auch funktionstüchtig. Außerdem umgeht das System ein weiteres Problem: Im Gegensatz zu herkömmlichen Techniken bewegen Transposons nur diese eine Genkopie und produzieren keine unerwünschte Überzahl.

Allerdings haben die Molekularbiologen die Versuche bisher nur mit Bakterien durchgeführt, wie Wickstrom selber einschränkt. Dennoch sieht er in diesem Ansatz ein großes Potential, um auf lange Sicht "heilende" Gene in Patienten mit Hämophilie, Sichelzell-Anämie oder Krebs bringen zu können.

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