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News: Spuren flüchtiger Stoffe

Nicht nur Trinkwasser muß hohen Reinheitsanforderungen genügen. Auch Ab- und Prozeßwässer werden kontinuierlich überwacht, um gesetzliche Grenzwerte einzuhalten und zu verhindern, daß belastetes Wasser in kommunale Gewässer gelangt. Jetzt lassen sich die Spuren flüchtiger Stoffe in Flüssigkeiten online mit einem neuen Analysegerät verfolgen.

Mit dem Analysegerät Aqualine können Forscher des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie ICT nun zum Beispiel Alkohole oder Chlorkohlenwasserstoffe in Flüssigkeiten online nachweisen. Das Herzstück des Meßverfahrens ist eine Teflonmembran. Durch ihre mikroporöse Wand gelangen flüchtige Stoffe – die verdampfbaren Komponenten einer Lösung – in den Vakuumteil des Systems. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei Goretex: Von außen kann keine Flüssigkeit durch die Membran gelangen, aber gasförmige, flüchtige Stoffe durchdringen sie.

Wenn nun etwa Alkohol im Trinkwasser vorhanden ist, wird er verdampft und geht dabei von der gelösten Form im Wasser in einen gasförmigen Zustand über, erläutert Martin Joos vom ICT. "Dabei gilt: Je schlechter sich eine Komponente in Wasser löst und je niedriger ihr Siedepunkt liegt, desto besser kann sie in der Flüssigkeit nachgewiesen werden." Um die Beimischungen zu bestimmen, wird ein Massenspektrum der Probe aufgenommen. Die flüchtigen Inhaltsstoffe zeigen charakteristische Meßsignale und hinterlassen so auffällige Spuren.

Aqualine kann bis zu 20 Komponenten mit Nachweisgrenzen kleiner als zehn Mikrogramm pro Liter im automatischen Betrieb überwachen. "Zur Zeit wird das System in zwei Pilotanlagen für die Kontrolle von Abwässern eingesetzt", berichtet Martin Joos. "Aber auch die Forschung nutzt unsere Meßsysteme." Nun wollen die Forscher eine völlig neue Anwendung im Bereich Medizintechnik angehen: Die Untersuchung von Blutgasen, die als Grundlage für die Beurteilung der Lungenfunktion dienen.

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