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Square Kilometre Array: Der Bau des weltgrößten Radioteleskops hat begonnen

In Australien und Südafrika entsteht ein gigantisches Netzwerk aus einigen hunderttausend Antennen. Damit wollen Wissenschaftler die größten Rätsel des Universums erforschen.
Weihnachtsbaumartige Antennen im westaustralischen Outback
Die Antennen in Westaustralien, deren Aussehen ein wenig an Weihnachtsbäume erinnert, werden den Himmel nach Funkfrequenzen im Bereich zwischen 50 und 350 Megahertz absuchen.

Nach jahrzehntelangen Planungen und Verhandlungen haben im Outback von Westaustralien die Bauarbeiten für das größte Radioteleskop der Welt begonnen. An dem Milliardenprojekt »Square Kilometre Array« (SKA) sind insgesamt 14 Länder beteiligt, darunter Deutschland und die Schweiz. In der Region Murchison Shire 560 Kilometer nördlich von Perth werden in einer ersten Phase mehr als 130 000 Antennen errichtet, die später mit Radioteleskopen in Südafrikas Halbwüste Karoo zusammengeschaltet werden sollen. Beide Regionen sind sehr dünn besiedelt, so dass es kaum störende Einflüsse bei der Beobachtung des Weltraums gäbe.

Mit Hilfe des Instruments sollen künftig einige der rätselhaftesten Phänomene im All erforscht werden – etwa Dunkle Materie, die Entstehung von Galaxien und die Ausdehnung des Universums. Die Antennen in Westaustralien, deren Aussehen ein wenig an Weihnachtsbäume erinnert, werden den Himmel nach Funkfrequenzen im Bereich zwischen 50 und 350 Megahertz absuchen, während weitere 197 Parabolantennen in Südafrika zwischen 350 Megahertz und 14 Gigahertz betrieben werden. Es handelt sich also um Frequenzbereiche, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Wegen seiner extremen Empfindlichkeit wird das SKA Radiosignale in riesiger Entfernung auffangen können – und damit möglicherweise auch eine Antwort auf die Frage nach außerirdischem Leben geben.

Astronomen erwarten zudem neue Erkenntnisse über den Anfang des Universums. So schreibt etwa die australische Zeitung »The Age«, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler »hoffen, mit dem immens leistungsstarken Teleskop die ›kosmische Morgendämmerung‹ des Universums untersuchen zu können, einen Zeitraum zwischen etwa 100 Millionen und einer Milliarde Jahren nach dem Urknall, als die ersten Sterne zum Leben erwachten und Galaxien entstanden«.

»Square Kilometre Array« gilt als eines der wichtigsten Wissenschaftsprojekte dieses Jahrhunderts. Die erste Phase des Baus der Antennen soll voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein. In weiteren Phasen sollen hunderttausende weitere Antennen in Australien und tausende Schüsseln in Südafrika dazukommen – insgesamt über eine Fläche von einem Quadratkilometer, woher auch der Name des Projekts rührt. Erste wissenschaftliche Beobachtungen werden in vier bis fünf Jahren starten können.

»Die SKA-Teleskope werden empfindlich genug sein, um ein Flughafenradar auf einem Planeten zu erkennen, der einen zehn Lichtjahre entfernten Stern umkreist«, sagte SKA-Direktorin Sarah Pearce. »So könnte sogar die größte Frage von allen beantwortet werden: Sind wir allein im Universum?« (dpa/kmh)

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