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News: Ständige Bescherung?

Derzeit schlägt El Niño nur alle paar Jahre zu, doch manche Forscher fürchten, dass die zunehmende globale Erwärmung schon bald zu einer Art Dauer-El-Niño führt - zu Unrecht, wie zwei dänische Forscher meinen.
Ständige Bescherung?
Alle paar Jahre um die Weihnachtszeit, in mehr oder minder regelmäßigen Abständen, beschert der El Niño Australien und Südostasien monatelange Dürren, während Südamerika in katastrophalen Niederschlägen versinkt. Er fordert Menschenleben und kostet die Volkswirtschaften Milliarden. Doch es könnte noch schlimmer werden, denn manche Forscher fürchten, dass der El Niño angesichts des stetig wärmer werdenden Weltklimas bald zu einem Dauerzustand werden könnte.

Manches spricht dafür, dass dies in der geologischen Vergangenheit schon einmal der Fall war - etwa in der Zeit vor 55 bis 35 Millionen Jahren, während des Eozäns, als die Temperaturen nirgendwo auf der Welt unter den Gefrierpunkt fielen und die tiefen Ozeane in den hohen Breiten bis zu zehn Grad Celsius wärmer waren als heute.

In den Tropen hingegen war das Wasser kaum wärmer, sodass die Unterschiede zwischen polaren und äquatorialen Breiten im Eozän viel geringer waren. Und genau darin sehen jene Forscher eine Gefahr, genau solche Umstände könnten nach ihrer Ansicht einen permanenten El Niño bedingen.

Ob das Eozän in der Tat von einem Dauer-El-Niño beherrscht war, wissen sie allerdings nicht. Die Klimaarchive in Gestalt von Meeres- und Seesedimenten sind diesbezüglich zu lückenhaft, sodass sich die Klimaforscher derzeit auf Computersimulationen beschränken müssen.

Matthew Huber und Rodrigo Caballero von der University of Copenhagen bedienten sich dazu des weithin erprobten Community Climate System Model des National Center for Atmospheric Research, mit dem sich zumindest die derzeitigen El-Niño-Ereignisse ziemlich gut abbilden lassen.

Gefüttert mit zahlreichen Daten, darunter den gut bekannten Konzentrationen des Treibhausgases Kohlendioxid und den entsprechenden Bahnparametern der Erde während des Eozäns, rekonstruierte das Modell schließlich ziemlich genau die Meerestemperaturen, wie sie die dünnen Klimaarchive jener Zeit vermuten lassen. Dabei berücksichtigen die Forscher auch, dass die Erde im Eozän aufgrund plattentektonischer Vorgänge anders aussah als heute. So hingen etwa Nord- und Südamerika noch nicht aneinander, sodass es zwischen Atlantik in den Pazifik einen Wasseraustausch gab.

Doch trotz dieser Umstände und trotz globaler Temperaturen, wie sie Fachleute erst für das Ende dieses Jahrhunderts vorhersagen: Auch im eozänen Treibhaus war der El Niño kein Dauergast, sondern ein Ereignis, das nur alle paar Jahre wiederkehrte. Immerhin war er etwas intensiver und hatte insbesondere auf Europa größeren Einfluss, das aufgrund des nur halb so großen Atlantiks damals näher am Geschehen lag.

Am Ende konnten Huber und Caballero ihr Modell sogar doch noch an der realen Natur messen. In den Sedimenten des Lake Gosiute in Wyoming und des Eckfelder Trockenmaars in der Eifel fanden sich - in beinahe exakter Übereinstimmung mit dem Modell - die Rhythmen, mit denen der El Niño während des Eozäns wiederkehrte, nämlich alle fünf bis zehn Jahre. Im Prinzip hat sich der El Niño des Eozäns somit von dem heutigen nicht grundlegend unterschieden - und wird dies, wenn das Modell denn stimmt, wohl auch in Zukunft nicht tun.

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