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News: Stark verdünnte Wirksamkeit?

Wirkt sie oder wirkt sie nicht?: Die Homöopathie, bei Patienten und Ärzten als Alternative zur herkömmlichen Schulmedizin sehr beliebt, sucht nach wie vor Nachweise, um ihren tatsächlichen Effekt durch anerkannte Studien zu belegen, erklärte Max Haidvogl vom Ludwig Boltzmann-Institut für Homöopathie in Graz anläßlich einer Expertentagung in Wien. Unter dem Motto "Erfahrung oder Wissenschaft" stellten Mediziner, Biologen und Physiker die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vor. Das Ergebnis unisono: 'Die Hinweise überwiegen, daß Homöopathie mehr als nur ein Placeboeffekt ist', so Haidvogl.
"Insgesamt wurden in den vergangenen 20 Jahren etwa 180 Studien veröffentlicht. Zwei Drittel davon sprachen sich positiv für die Homöopathie aus", erklärte Haidvogel. Unterstützung fand man dabei von der Grundlagenforschung: Werner Lindinger vom Institut für Ionenphysik der Universität Innsbruck konnte nachweisen, daß schon winzige Mengen gewisser Substanzen die Produktion anderen Stoffe bewirken können – und das in extrem kurzer Zeit. Knoblauch, das bewährte Hausmittel, sei also nicht nur durch die unmittelbare Wirkung so gesund. Komponenten, die beim Genuß in den Körper wandern, entfalten demnach erst gemeinsam mit bestimmten Enzymen die antibiotische und antibakterielle Wirkung, die dann stundenlang andauert, so Lindinger.

Kaulquappen machte Peter-Christian Endler zu Versuchsobjekten im Dienste der Homöopathie. "In der Phase, in der den Amphibien die Beine wachsen, sind sie einem natürlichen Streß ausgesetzt, den man durchaus mit einem Krankheitsbild vergleichen könnte. Diese Metamorphose wird durch das Hormon Thyroxin gesteuert", so der Mediziner von der University of Urbino in Italien. In seinen Untersuchungen "vergiftete" Endler die Tiere mit dem Hormon, um die Entwicklung zu beschleunigen. Die anschließende Gabe von potenziertem – also homöopathisch verdünntem – Thyroxin "heilte" die Jungfrösche.

Den allgemeinen Vorwurf, der Erfolg homöopathischer Behandlungen sei vor allem auf den intensivierten Arzt-Patienten-Kontakt zurückzuführen, begegneten die Forscher bisher mit klinischen Doppelblindstudien. Offene Outcome-Studien sollen den Effekt der Therapien nun in der Praxis untersuchen. Die Patienten selbst werden zu den Behandlungen befragt. Der Grund: Zu viele individuelle Einflußfaktoren machten den Forschern das Leben schwer und die Untersuchungen teuer. Kosten und Nutzen könnten mit der neuen Methode besser abgeschätz werden, so Haidvogl. Die vorgefertigten Mischungen der Apotheken gegen Schnupfen und Co. seien bei allgemeinen Symptomen auch jeden Fall zu empfehlen.

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