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News: Starke Leistung

Ein neuer Weltrekord bei der Herstellung starker Dauermagnete wurde in diesen Tagen in Dresden aufgestellt. Mit 11,4 Tesla überbietet der neue Magnet deutlich den bisherigen Rekord amerikanischer Wissenschaftler. Die Entwicklung ist auch für den Einsatz im technischen Bereich interessant.
Magnete in umgangssprachlichem Sinne – in der Fachsprache genauer Dauermagnete genannt – begegnen uns überall, vom Schranktürverschluß über Elektromotoren bis zu Tonbändern und Spurführungen von Leseköpfen für die Speicherplatten im PC. Gewöhnlich bestehen sie aus einem Material, das Eisen oder Kobalt enthält. Neuerdings können sehr viel stärkere Dauermagnete aus supraleitenden Materialien hergestellt werden. Wissenschaftlern des Instituts für Festkörper- und Werkstofforschung (IFW) ist es gelungen, in massiven Hochtemperatur-Supraleitern ein permanentes Magnetfeld von 11, 4 Tesla zu erzielen. Dies entspricht einer Kraft von fast 500 Kilopond – das sind fast 5000 Newton – die zwei solche Dauermagnete mit einem Quadratzentimeter Stirnfläche aufeinander ausüben können. Der bisherige Höchstwert von 10,1 Tesla in Dauermagneten wurde von amerikanischen Forschern der Universität Houston gehalten.

Während das Material dort zuvor mit Hochenergieteilchen bestrahlt worden war, kommen die Dresdner ohne die Bestrahlung aus. Das supraleitende Massivmaterial wird im IFW Dresden mit einem besonderen Schmelzkristallisationsverfahren hergestellt, das es erlaubt, Proben mit Durchmessern bis zu fünf Zentimetern in reproduzierbarer Qualität herzustellen. Das neue Ergebnis wurde bei einer Temperatur von -256 Grad Celsius erreicht. Nun steht die Aufgabe, diese starken Dauermagnete auch bei Temperaturen zu stabilisieren, die mit einfachen Kältemaschinen problemlos zu erzeugt werden können. Wenn dies gelingt, können die Supermagnete für technische Anwendungen zum Beispiel in berührungslosen Magnetlagern noch attraktiver werden. Solche Anwendungen werden vom IFW in Zusammenarbeit mit Industriefirmen vorbereitet

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