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Gesichterpsychologie: Starke Männer haben breite Gesichter

Gewichtheber können schauen, wie sie wollen: Männer und Frauen erkennen sie an ihrem breiten Kopf.
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Am Gesicht eines Mannes kann man, unabhängig vom Gesichtsausdruck, offenbar einiges ablesen. Etwa bei der Partnerwahl: Hier bevorzugen Frauen – wenn sie im Experiment zu einer spontanen Entscheidung genötigt werden, mit wem sie eine kurze Affäre eingehen würden – Männer, deren Köpfe verhältnismäßig breit ausfallen, während Alter und Ernährungszustand egal zu sein scheinen. Für ein längeres Engagement sind dann übrigens wieder andere Qualitäten gefragt. Und Männer wie Frauen halten breitgesichtige Männer zudem für aggressiver. Diesen Wissensfundus ergänzt nun eine weitere Studie, bei der Freiwillige sich echte und virtuell manipulierte Gesichter anschauen durften: Breite männliche Gesichter gehören für uns alle, auch wenn wir vom Besitzer halsabwärts nichts sehen, offenbar immer zu wirklich starken Männern.

Und auch dies unabhängig davon, ob die Gesichter lächeln, die Stirn runzeln oder böse schauen: Breit heißt stark, wie die Gesichterbewertungsexperimente belegen. Dabei hatten die Probanden verschiedenen Gesichtern, die unterschiedlichste Ausdrücke zeigten, Eigenschaften und mögliche Berufe zuschreiben müssen. Freundlich blickende wurden zum Beispiel und naheliegenderweise als vertrauenswürdiger eingestuft – ganz deutlich kristallisierte sich aber auch heraus, dass breite Köpfe stets körperlich starken Personen, etwa Profi-Gewichthebern zugeschrieben wurden. Auch mit Computerhilfe in die Breite manipulierte Gesichter belegten diesen Zusammenhang.

Die Forscher sehen damit eine schon etwas ältere Vermutung bestätigt: Mit der Breite des Gesichts und der Stärke des zugehörigen Körpers erkennen wir den durchschnittlichen Testosterongehalt des Gegenübers. Tatsächlich korrelieren nicht nur Testosterongehalt und Stärke, sondern eben auch die Gesichtsbreite, wie Untersuchungen gezeigt haben – und auch die Aggressivität. All das gilt übrigens nur für die Gesichter von Männern, die aber immerhin von beiden Geschlechtern in diesem Punkt durchschaut werden. Unbeachtet blieben indes noch ethnisch-kulturelle Aspekte: Man weiß, dass Menschen aus dem westlichen Kulturkreis Gesichter oft anders einschätzen als etwa Asiaten. Die letzte Gesichterforschungsstudie ist demnach sicher noch nicht geschrieben.

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