Direkt zum Inhalt

Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop: Start frei für ein neues Weltraumobservatorium!

Am kommenden Sonntag, dem 30. August 2026, soll das Nancy Grace Roman Space Telescope an Bord einer Falcon-Heavy-Rakete ins All starten – rund neun Monate früher als ursprünglich geplant. Von seinem Zielort am Lagrange-Punkt L2 aus wird es Milliarden Galaxien kartieren und nach neuen Exoplaneten suchen.
Eine Rakete hebt von einer Startrampe ab, umgeben von dichten Rauchwolken und hellem Feuerstrahl. Der Himmel ist klar und blau. Rechts im Bild ist ein hoher Wasserturm zu sehen. Die Szene vermittelt den kraftvollen Moment des Raketenstarts.
Am kommenden Sonntag soll das neue Nancy Grace Roman Space Telescope der US-Weltraumbehörde NASA ins All starten. Der Start wird mit einer Falcon-Heavy-Rakete von SpaceX erfolgen.

Die Flotte an Weltraumteleskopen bekommt Zuwachs. Derzeit bereitet sich die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA auf den Start des Nancy Grace Roman Space Telescope (NGRST) vor. Ursprünglich war der Start erst für Mai 2027 vorgesehen. Weil die Arbeiten schneller vorankamen als geplant, strebte die NASA einen Start im Herbst 2026 an – nun wird das Teleskop bereits am 30. August 2026 ins All starten. Es soll frühestens um 13:26 Uhr MESZ am kommenden Sonntag an Bord einer Falcon-Heavy-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX von der Startrampe 39A des Kennedy Space Center in Florida abheben. Die offizielle Live-Übertragung beginnt bereits eine Stunde vorher um 12:20 Uhr MESZ auf der Website des Streaming-Dienstes NASA+. Auch auf YouTube wird der Start live gesendet. Die aktuelle Entwicklung der Mission kann zudem im Missions-Blog verfolgt werden.

Benannt nach der ersten Leiterin der Astronomieabteilung der NASA, Nancy Grace Roman, soll das Teleskop vor allem den »dunklen« Geheimnissen des Kosmos auf die Schliche kommen. Technisch ähnelt es dem Weltraumteleskop Hubble: Sein Hauptspiegel misst ebenfalls 2,4 Meter im Durchmesser. Doch Romans Weitfeld-Instrument (WFI) ist vor allem für Beobachtungen im nahen Infrarot ausgelegt und erfasst dabei eine mindestens 100-mal größere Himmelsfläche als Hubble. So kann das Teleskop riesige Himmelsareale in kurzer Zeit durchmustern – und das mit einer ähnlich hohen Bildschärfe wie Hubble. Auf diese Weise sollen Milliarden von Galaxien kartiert werden, um ihre Verteilung im Kosmos zu erfassen und daraus Rückschlüsse auf die Dunkle Materie und die Dunkle Energie zu ziehen. Zudem könnte das Teleskop mehr als 100 000 neue Exoplaneten aufspüren und einige davon sogar direkt abbilden.

Sicher verpackt |

In einem Reinraum des Kennedy Space Center in Florida wird das fertig integrierte Nancy Grace Roman Space Telescope auf seinen Start vorbereitet. Dabei wird es in eine Nutzlastverkleidung eingesetzt und für den Start mit einer Falcon-Heavy-Rakete von SpaceX verbunden.

Nach dem Start wird sich das Teleskop weiter von der Erde entfernen. Der Zielort ist 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und wird als Lagrange-Punkt L2 bezeichnet. Der L2 ist eine von fünf besonderen Positionen im Sonne-Erde-System, an denen sich die Gravitationswirkungen beider Himmelskörper gegenseitig aufheben. Eine dort positionierte Raumsonde kann aufgrund des Kräftegleichgewichts mit vergleichsweise wenig Treibstoffaufwand in ihrer Position relativ zur Erde bleiben. Der sonnenabgewandte L2 bietet außerdem einen nahezu ungestörten Blick ins Universum – Sonne, Erde und Mond stehen von L2 aus gesehen alle in derselben Richtung. Ein einziger Hitzeschild reicht hier aus, um das Teleskop vor der Strahlung der drei Himmelskörper gleichzeitig zu schützen.

Im Lagrangepunkt L2 wird das NGRST beste Gesellschaft genießen. Neben dem James-Webb-Weltraumteleskop der NASA tummelt sich dort auch die europäische Mission Euclid. Andere Teleskope wie Gaia, WMAP, Herschel oder Planck haben L2 nach dem Ende ihrer Missionen wieder verlassen. Das NancyGraceRomanSpaceTelescope soll mindestens fünf Jahre dort verbleiben; Ziel ist ein zehnjähriger Betrieb des Weltraumobservatoriums.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.