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Paläoanthropologie: Steinwerkzeuge untermauern Eigenständigkeit des Flores-Menschen

<i>Homo floresiensis</i>
Steinwerkzeuge zeigen laut Adam Brunn von der australischen Nationaluniversität in Canberra und seinen Kollegen, dass Homo floresiensis tatsächlich eine eigene Art ist und nicht, wie andere Forscher behaupten, nur eine zwergwüchsige Variante von Homo sapiens.

Die Wissenschaftler hatten deutlich ältere Werkzeugfunde aus der Nähe der Flores-Menschen-Fundstätte mit dort aufgespürten bearbeiteten Steinen verglichen und kaum Unterschiede festgestellt. Es handle sich daher um eine über Jahrtausende von Vertretern derselben Abstammungslinie verwendeten Technik.

Die in Mata Menge in den Jahren 2004 und 2005 ausgegrabenen Reste von Werkzeugen sind über 700 000 Jahre alt und damit mehrere hundertausend Jahre älter als die in der etwa fünfzig Kilometer entfernten Liang-Bua-Höhle, in der inzwischen auch Knochen von mindestens neun Flores-Menschen nachgewiesen wurden. Trotzdem wurden die jüngeren Steinwerkzeuge aus denselben Ausgangsmaterialien und mit kaum weiter entwickelter Technik hergestellt, beschreiben die Forscher.

Von den Funden unterschieden sich jüngere, etwa 10 500 Jahre alte Werkzeugfragmente, die eindeutig inselbewohnenden Homo sapiens zuzuordnen sind, sehr deutlich. Diese Werkzeuge entstanden aus anderen Steinen und zeigen eine andere, fortschrittlichere Schlagtechnik und Überarbeitung. Daneben seien erst dann auch erstmals Veränderungen im sozialen Leben aufgetreten. So fand man etwa persönliche Verzierungen und Schmuckgegenstände, Farben und Hinweise auf Beerdigungsriten.

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