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Beobachtungstipp: Sternbedeckungen durch den Mond im April 2026

Im April kommt es bei zunehmendem Mond zu mehreren Bedeckungen, die aufgrund der geringen Sternhelligkeiten jedoch erhöhte Anforderungen an die Beobachtung stellen. Streifende Ereignisse sind in diesem Monat nicht zu sehen.
Fotosequenz einer nahen Begegnung zwischen dem Stern Zeta Tauri und dem Mond
Wenn der vorbeiziehende Mond Sterne oder Planeten ganz oder teilweise verdeckt, sind reizvolle Beobachtungen möglich. Wir stellen Ihnen jeden Monat besondere Begegnungen dieser Art vor.

Fast alle Sternbedeckungen in diesem Monat finden bei zunehmender Mondphase statt – eine Ausnahme stellt lediglich die Bedeckung des Sterns HIP 81 992 am 7. April im Sternbild Skorpion dar. Das bedeutet: Die Sterne verschwinden jeweils, gut sichtbar, am vorangehenden, dunklen Mondrand. Über Minuten hinweg kann man dabei im Teleskop verfolgen, wie sich die geisterhaft vom Erdschein beleuchtete Mondscheibe dem Stern annähert. Der Mond besitzt keine Atmosphäre, die das Licht des Sterns bei seiner scheinbaren Annäherung dimmen könnte, sodass dieser urplötzlich und ohne Vorwarnung »ausgeknipst« wird. Die Beobachtung einer Sternbedeckung führt die Bewegung des Mondes vor der Fixsternsphäre deutlich vor Augen – ein erhellendes Erlebnis auch für Besucher von Volkssternwarten oder alle, die zum ersten Mal durch ein Teleskop blicken!

Die meisten Bedeckungen im April finden außerdem zu angenehmen Abendstunden und bei ausreichend hohen Mondständen statt. Darunter sind allerdings nur wenige leuchtstärkere Sterne. So ist die herausragende Bedeckung in diesem Monat jene des 5,3 mag hellen Sterns Nu Leonis (ν Leo) im Sternbild Löwe am Abend des 25. April: Bei einer Position von 50 Grad nördlicher Breite und 10 Grad östlicher Länge verschwindet der Stern gegen 22:35 Uhr MESZ hinter der Mondscheibe. Je nach genauem Beobachtungsort können die Ein- und Austrittszeiten wegen der relativ geringen Mondentfernung um mehrere Minuten abweichen. Der Erdtrabant steht dabei in rund 48 Grad Höhe über dem Südwesthorizont und ist etwa neun Tage alt – die Mondscheibe ist demnach zu etwa 69 Prozent beleuchtet. Der Austritt von ν Leo ist wegen seiner geringen Helligkeit am beleuchteten Mondrand kaum zu sehen – das gilt leider auch für die übrigen Sterne der Monatsliste, die allesamt lichtschwächer sind als ν Leo.

Weitere Bedeckungen in diesem Monat wie jene von HIP 81 992 (6,0 mag) am 7. April und HIP 22 903 (7,3 mag) im Sternbild Stier am 20. April fallen in die Phase der Morgen- und Abenddämmerung und sind daher nur in Teilen Deutschlands zu sehen. Äußerst schwierig zu beobachten ist auch die Bedeckung von HIP 56 988 (7,2 mag) im Sternbild Jungfrau am 28. April. Hier steht der Mond beim Eintritt des Sterns weniger als sechs Grad über dem Westhorizont; je (süd-)östlicher der Standort gewählt ist, desto niedriger wird dieser ohnehin bereits sehr flache Beobachtungswinkel.

Tabelle: Bedeckungen durch den Mond

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