Beobachtungstipp: Sternbedeckungen durch den Mond im August 2026

In diesem Monat bedeckt der Mond von Deutschland aus sichtbar lediglich drei Sterne heller als 7,5 mag – und alle drei Ereignisse sind noch dazu schwer zu beobachten. Die Bedeckung von HIP 114822 (5,6 mag) im Sternbild Wassermann am frühen Morgen des 2. August findet ausschließlich über dem Südosten des Landes statt. Nordwestlich einer Linie von Lindau über Nürnberg und Berlin bis nach Stettin verpasst der Mond den Stern. Eine streifende Bedeckung am schmalen, dunklen Mondrand lässt sich nur innerhalb weniger Hundert Meter entlang der Grenzlinie verfolgen: Der Stern verschwindet hier unter Umständen mehrmals hinter Bergen am Mondrand und taucht in den dazwischenliegenden Tälern wieder auf. Dafür ist eine genaue Beobachtungsplanung erforderlich – wir empfehlen dazu das frei erhältliche Programm Grazprep (www.grazprep.com).
Der Mond erreicht am 2. August sein drittes Viertel und ist damit abnehmend. In den Regionen vollständiger Bedeckung ist daher bloß das Wiedererscheinen der jeweiligen Sterne am dunklen, nachfolgenden Mondrand zu sehen. Mit einer Höhe von mehr als 30 Grad positioniert sich der Mond dabei günstig im Südosten.
Anschließend tut sich eine große Lücke auf: Erst am 21. und 22. August treten wieder Bedeckungen auf. Nun ist die Mondphase zunehmend, sodass die Eintritte am unbeleuchteten Mondrand stattfinden – doch leider steht der Mond in beiden Fällen recht tief. Am 21. August gegen 21:15 Uhr findet man ihn nur noch in einer Höhe von zehn Grad über dem Südhorizont; außerdem ist die Dämmerung noch nicht abgeschlossen, wenn der Stern verschwindet. Der an diesem Abend bedeckte Stern HIP 83261 (7,5 mag) ist darüber hinaus recht lichtschwach.
Noch ungünstiger ist die Bedeckung von HIP 88012 (6,0 mag) am folgenden Abend des 22. August. Hier befindet sich der Mond beim Eintritt des Sterns, ausgehend von unserer Standardposition bei 50 Grad nördlicher Breite und 10 Grad östlicher Länge, gerade einmal 7 Grad über dem südwestlichen Horizont, in Potsdam sogar nur 4,5 Grad – zu wenig für eine sinnvolle Beobachtung!
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