Beobachtungstipp: Sternbedeckungen durch den Mond im Februar 2026

Der Mond beginnt den Monat als Vollmond, bis zum 17. Februar nimmt seine Lichtphase ab. Für die Sternbedeckungen in diesem Zeitraum heißt das: Alle Eintritte beginnen am beleuchteten Mondrand. Die besser zu beobachtenden Momente sind dementsprechend die Austritte an der dunklen Mondseite. In der Liste, die wie immer alle Sterne bis zu einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 7,5 mag erfasst, ist jedoch nur die Bedeckung des 2,8 mag hellen Tau Scorpii (τ Sco) im Skorpion am Morgen des 11. Februar aufgeführt. Obwohl der Stern der mit Abstand markanteste der Monatsliste ist, wird diese Bedeckung schwierig zu beobachten sein, im Norden und Osten Deutschlands vielleicht sogar überhaupt nicht. Der Stern verschwindet am Standort 50 Grad nördlicher Breite und 10 Grad östlicher Länge um 07:30 Uhr MEZ, also während der Morgendämmerung. Sein besser zu verfolgender Austritt aus dem Mondschatten ist nicht zu sehen, weil die Sonne zuvor aufgeht. Bei allen übrigen Einträgen der Tabelle nimmt die Lichtphase nach dem Neumond zu; daher sind es nun die Eintritte, die leicht zu verfolgen sind. Da die Sterne allesamt recht lichtschwach sind, dürften die Austritte kaum wahrnehmbar sein – sie werden vom hellen Mondlicht überstrahlt.
Das herausragende Ereignis des Monats ist die Verfinsterung von Kappa Geminorum (κ Gem) im Sternbild Zwillinge am Abend des 27. Februar. Kappa Geminorum ist mit 3,6 mag der zweithellste Stern der Monatsliste und befindet sich 3,6 Grad südlich von Pollux, dem Leitstern (Lucida) der Zwillinge. Er verschwindet bei 50 Grad Nord und 10 Grad Ost um 22:58 Uhr. Der Mond steht dabei in 60 Grad Höhe über dem Südwesthorizont und ist 11 Tage alt, also zu 85 Prozent beleuchtet. Interessant ist die Beobachtung auch deshalb, weil Kappa Geminorum ein Doppelstern mit einer 10 mag hellen B-Komponente im Abstand von nur 7 Bogensekunden und mit einem Positionswinkel von 242 Grad (südwestlich) zum Hauptstern ist. Der Austritt am hellen Mondrand erfolgt um 23:58 Uhr und ist wegen der Überstrahlung schwieriger zu sehen. Wer es dennoch versuchen will, lässt sein Teleskop am besten während der Bedeckung auf den Stern nachführen und behält dabei die Uhr im Auge: Bei hoher Vergrößerung und gut laufender Montierung sollte Kappa Geminorum zum angegebenen Zeitpunkt in der Bildfeldmitte auftauchen. Achtung: Dieser hängt vom eigenen Beobachtungsort ab, denn der Mond erscheint von verschiedenen Orten unter leicht anderen Blickwinkeln. Mit einem Planetariumsprogramm wie Stellarium kann man sich die ortsabhängige Uhrzeit sekundengenau vorhersagen lassen.
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