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Beobachtungstipp: Sternbedeckungen durch den Mond im Juli 2026

Mit dem Wechsel der Mondphase verlagern sich die Sternbedeckungen im Juli vom Morgen- in den Abendhimmel – und werden dabei zunehmend anspruchsvoll. Ein besonderes Highlight ist eine streifende Bedeckung, bei der ein Stern am zerklüfteten Mondrand mehrfach aufblitzt.
Fotosequenz einer nahen Begegnung zwischen dem Stern Zeta Tauri und dem Mond
Wenn der vorbeiziehende Mond Sterne oder Planeten ganz oder teilweise verdeckt, sind reizvolle Beobachtungen möglich. Wir stellen Ihnen jeden Monat besondere Begegnungen dieser Art vor.

Die ersten beiden Ereignisse im Juli finden bei abnehmender Mondphase statt. Sichtbar sind damit vor allem die Austritte am dunklen Mondrand. Das gilt vor allem für die Bedeckung des 6,4 mag hellen Sterns HIP 112168 im Sternbild Wassermann am Morgen des 5. Juli. Sie findet bei einem rund 26 Grad hohen Mondstand statt. Der verdunkelte Stern ist ein Doppelsystem mit einer 6,4 mag und einer 7,9 mag hellen Komponente. Sie sind nur 2,4 Bogensekunden voneinander getrennt. Die schwächere Komponente steht also nordwestlich der helleren, was bedeutet, dass die beiden Sterne nahezu parallel zum Mondrand stehen und damit praktisch gleichzeitig von ihm freigegeben werden.

Die Bedeckung des 6,3 mag hellen HIP 115945 (11 Psc) im Sternbild Fische am darauffolgenden Morgen ist nur vom Südosten Bayerns, Sachsens und Brandenburgs aus zu sehen, denn nordwestlich davon verpasst der Mond den Stern knapp in südlicher Richtung. In München lassen sich sowohl der Ein- als auch der Austritt beobachten, denn die Bedeckung findet nahe dem lunaren Nordpol des an diesem Morgen zu 68 Prozent beleuchteten Mondes statt. Wer sich nahe der auf der Karte eingezeichneten Grenzlinie befindet, kann eine streifende Bedeckung des Sterns am unbeleuchteten Mondrand verfolgen. Das Mondrandprofil – das zur besseren Darstellung sechsfach überhöht gezeichnet ist – zeigt, dass innerhalb von wenigen Hundert Metern um die Grenzlinie zahlreiche Berge und Täler zu erwarten sind, die den Stern mehrfach bedecken und wieder freigeben werden. Das verspricht ein eindrucksvolles Beobachtungserlebnis, verlangt aber auch gute Vorbereitung. Am besten plant man seinen genauen Beobachtungsort mit dem freien Programm Grazprep, mit dem auch die Grafiken für dieses Heft erstellt werden!

Deutschlandkarte für die streifende Bedeckung von 11 Psc
Mondgrafik für 11 Psc am 6. Juli

Nach dem Neumond am 14. Juli nimmt die Mondphase wieder zu. Damit finden nun die Eintritte an der gut beobachtbaren, dunklen Mondseite statt – außerdem fallen sie nun in die angenehmen Abendstunden. Das hat jedoch seinen Preis: Der Mond wandert im Juli abends durch die Frühlings- und Sommersternbilder, und das auch noch südlich der Ekliptik. Alle Bedeckungsereignisse der zweiten Monatshälfte leiden daher unter tiefen Mondständen. Das gilt auch für die Bedeckung des mit 4,3 mag hellsten Sterns der Monatsliste, Ypsilon Leonis (υ Leo), im Sternbild Löwe am Abend des 18. Juli. Sie wäre ein herausragendes Ereignis, stünde der Mond nicht extrem tief am Westhorizont: Höhen über dem Horizont von nur 5,5 Grad in Frankfurt, 4 Grad in München und lediglich 2,6 Grad in Potsdam sind normalerweise zu niedrig für eine erfolgreiche Beobachtung.

Am Abend des 26. Juli verdeckt der dann 12,3 Tage alte und damit kurz vor Vollmond stehende Mond innerhalb von etwas mehr als einer halben Stunde die zwei lichtschwächeren Sterne HIP 89620 (6,4 mag) und HIP 89622 (6,2 mag) im Sternbild Schütze. Er steht dabei in der Mitte Deutschlands rund zehn Grad über dem Südhorizont. In Frankfurt und im gesamten Nordwesten verfehlt der Mond HIP 89620 knapp. Die zugehörige streifende Bedeckung findet nun aber am hellen Mondrand statt und ist anders als die vom fast gleich hellen 11 Psc nicht beobachtbar.

Tabelle: Bedeckungen durch den Mond

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