Beobachtungstipp: Sternbedeckungen durch den Mond im März 2026

Zweimal besucht der Mond in diesem März das Sternbild Löwe und bedeckt dort drei helle Sterne – darunter auch den markantesten, Alpha Leonis (α Leo), besser bekannt als Regulus. Dessen Bedeckung findet am Abend des 29. März unter ausgezeichneten Bedingungen und zu bester Uhrzeit statt und ist zweifellos das Highlight der Sternbedeckungen im gesamten Jahr 2026. Die Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen!
Nur einen Tag nach der Regulusbedeckung trifft es am Abend des 30. März den 5,6 mag hellen 56 Leonis. Er verschwindet um 19:06 Uhr MESZ am Mondrand – also nochmals deutlich früher als Regulus und damit bei ungünstigeren Lichtverhältnissen. Vor allem im Südwesten wird diese Bedeckung daher schwierig zu beobachten sein.
Zuvor schiebt sich unser Trabant am frühen Morgen des 2. März vor den 5,4 mag hellen Psi Leonis (ψ Leo). Trotz des recht auffälligen Sterns ist das Ereignis schwierig zu verfolgen, denn nur wenige Stunden später erreicht der Mond seine Vollmondstellung. Er verschwindet um 03:03 Uhr am extrem dünnen, dunklen Mondrand. Ebenfalls herausfordernd zu beobachten, wenn auch aus einem anderen Grund, ist das Wiedererscheinen des nur 5,5 mag hellen Sterns 83 Virginis im Sternbild Jungfrau am 7. März um 06:39 Uhr: Der unbeleuchtete Mondrand ist deutlich breiter, sodass der Stern nicht vom Mondlicht überstrahlt wird, wohl aber von der morgendlichen Dämmerung. Vor allem im Norden und Osten Deutschlands ist der Himmel zu diesem Zeitpunkt möglicherweise schon zu hell für eine erfolgreiche Beobachtung.
Der Neumond am 19. März leitet die zunehmende Mondphase ein. Damit finden nun sämtliche Eintritte an der unbeleuchteten Seite des Mondes statt. Bei den lichtschwächeren Sternen der Liste sind diese also gut zu sehen, die Austritte hingegen kaum noch. Dreimal kommt es in diesem Monat überdies zu streifenden Sternbedeckungen: Am 23. März verdunkelt der Mond den 7,2 mag hellen Stern PPM 93355. Den mit nur 6,4 mag wenig auffälligeren HIP 24984 »trifft« es gegen 21:40 Uhr am 24. März; ein paar Tage später, am 27. März, »streift« der Mond schließlich den nur 7,4 mag hellen Stern HIP 36874. Mit Hamburg (23. März) und Berlin (27. März) liegen dabei die beiden größten deutschen Städte auf zwei der Grenzlinien für die streifende Bedeckung. Vor allem die von HIP 36874 verläuft genau durch das Zentrum Berlins – vielleicht ein Anlass zu einer gemeinsamen Beobachtung? Neugierige verteilen sich idealerweise innerhalb eines wenige Kilometer breiten Streifens um die Grenzlinie und stoppen die Zeiten des Verschwindens und Wiedererscheinens der Sterne mit zuvor synchronisierten Uhren oder zeichnen das Ereignis mit Videokameras auf. Den metergenauen Verlauf der Grenzlinien kann man sich mit dem freien Programm Grazprep (grazprep.com) darstellen lassen. Die Bedeckung von HIP 24984 ist nur im Südwesten Deutschlands, im Westen Österreichs und in der Schweiz zu sehen, da der Mond an allen exemplarisch genannten Städten knapp am Stern vorbeizieht; sie fehlt daher in der Tabelle.
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