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Übergewicht: Stillen scheint Jungen vor Fettleibigkeit zu schützen

Stillen über einen längeren Zeitraum schützt Jungen übergewichtiger Mütter vor der Entwicklung ungesunder Fettpolster. Keinen Effekt auf die Körperfett-Entwicklung hatte das Langzeit-Stillen bei den Mädchen übergewichtiger Mütter und bei Kindern normalgewichtiger Mütter. Das zeigten die Wissenschaftler um Anette Buyken des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund in einer aktuellen Langzeitstudie.

Die Forscher hatten bei ihrer Studie neben dem Body Mass Index (BMI) auch den prozentualen Anteil des Körperfetts bei 219 Jungen und 215 Mädchen gemessen. Daten vorheriger Studien beruhten zumeist ausschließlich auf der Messung des BMI. Es ist jedoch der Körperfettanteil und nicht der BMI per se, der den größten Einfluss auf spätere Erkrankungen hat, hoben die Forscher hervor. Bereits zwei Wochen Stillen genügten, um den positiven Effekt bei den Jungen zu erreichen.

Bekannt war bisher, dass Muttermilch Kinder vor späterem Übergewicht schützt. Stillen Mütter ihre Kinder über die ersten Wochen hinaus, nimmt dieser Effekt zu. Aus den Ergebnissen der aktuellen Studie schlussfolgern die Forscher, dass die positiven Auswirkungen des Stillens nicht auf Vorbild-Effekte zurückzuführen sind. Sie gehen von einer genetischen oder stoffwechselbedingten Prägung aus, die aus dem Übergewicht der Mutter resultiert und zu einem höheren Körperfettanteil des Kindes führt. Nach ihrer Theorie gleicht das Stillen diese Prägung ausschließlich bei Jungen aus und erklärt somit den positiven Einfluss auf die Fettpolster. (kg)
05.03.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 05.03.2008

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