Direkt zum Inhalt

Artensterben: Straßenbau gefährdet Waldelefanten

Straße im Kongobecken | Eine typische Straße, die sich selbst durch den Wald im zentralafrikanischen Kongobecken zieht. Sie bietet Wilderern die Möglichkeit, die Waldelefanten selbst in entlegensten Regionen aufzuspüren.
Der unregulierte Straßenbau in den Regenwäldern des Kongobeckens bringt die dort lebenden Waldelefanten in Gefahr, weil auf den neuen Verkehrswegen Wilderer selbst in die abgelegensten Regionen vordringen können. Wissenschaftler um Stephen Blake von der Wildlife Conservation Society hatten für über 68 000 Quadratkilometer die Bestandsdichte der Tiere erfasst und dabei insbesondere in Straßennähe dramatisch niedrigere Zahlen festgestellt.

Elfenbein-Produkte | Elfenbein-Produkte auf einem Markt in Lagos, Nigeria
Die Forscher legten zu Fuß über 6000 Kilometer in fünf Ländern zurück und schätzten aus Elefantendung und zurückgelassenen Kadavern, wie viele Tiere in dem jeweiligen Gebiet leben und wie stark dort gewildert wird. Die Straßen selbst stellen dabei keinen Störfaktor für die Elefanten dar, die im Gegenteil die Straßenrandvegetation sogar durchaus schätzten, so Blake. Allerdings brachten die Wege von Holz- und Bergbauunternehmen nicht nur Wilderer, sondern auch Siedler in häufig noch nicht erschlossene Waldstücke. Die damit einhergehende Fragmentierung zerstört den Lebensraum der Waldelefanten. Wilderei, illegaler Elfenbeinhandel und unüberwachte Landnahme müssten daher dringend bekämpft werden, um die seltenen Tiere zu schützen. Da sich Schutzgebiete selbst in der kriegszerütteten Demokratischen Republik Kongo bewährten, müssten diese gestärkt werden. So dürften allein in Gabuns Minkébé-Nationalpark etwa 22 000 Tiere leben.

Waldelefanten | Eine Waldelefantenmutter mit Kalb
Waldelefanten (Loxodonta africana cyclotis) unterscheiden sich genetisch von den Savannenelefanten (Loxodonta africana africana) und werden daher von manchen Wissenschaftlern auch als eigene Art aufgefasst. Sie sind zudem kleiner und haben kürzere Stoßzähne als ihre Verwandten und kommen ausschließlich in den Wäldern West- und Zentralafrikas vor. Bei der letzten systematischen Schätzung im Jahr 1989 kamen Forscher auf 170 000 Individuen. Ihre Bestandsüberwachung ist schwierig, da anders als bei den Savannen bewohnenden Arten keine Zählung aus der Luft erfolgen kann. (af)

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte