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Gesundheit: Streit um Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und Krebs bei Kindern

George Knox von der Universität Birmingham behauptet, er habe einen Zusammenhang zwischen Krebs bei Kindern und Gebieten mit hoher Luftverschmutzung festgestellt. Der Wissenschaftler hatte Emissionswerte für Großbritannien von 2001 mit den Sterbedaten von Jugendlichen in den Jahren 1966 bis 1980 verglichen. Dabei stellte er in Regionen mit extremer Belastung eine doppelt bis viermal so hohe Erkrankungsrate für Krebs und ein dementsprechend größeres Risiko der Kinder und Jugendlichen fest, bis zu ihrem 16. Lebensjahr an einer solchen Erkrankung zu sterben.

Knox vermutet, dass die Mütter schädliche Gase während der Schwangerschaft bereits an die Föten weitergeben. Er gibt zwar selbst zu, dass die Ergebnisse nicht beweiskräftig und weitere Studien notwendig sind, hält die Bedrohung aber durchaus für gegeben.

Aus den Reihen der Experten kommt allerdings Widerspruch, die Resultate seien überbewertet. Allein der Vergleich von Daten für 2001 mit Sterbefällen in den 1960er bis 1980er Jahren sei viel zu vage, um daraus Schlussfolgerungen ableiten zu können. So betont beispielsweise Anthony Michalski vom Institute of Child Health, dass die Häufigkeiten von Kinderkrebserkrankungen in industrialisierten wie nicht-industrialisierten Ländern etwa gleich hoch liegt. Wären die Ergebnisse von Knox korrekt, müssten sich in den industrialisierten Ländern andere Muster abzeichnen.

Ein Sprecher des Leukaemia Research Funds sieht in der Studie ebenfalls keine Bestätigung, dass Luftverschmutzung eine Rolle bei der Entstehung von Leukämie bei Kindern spiele. Man wolle auf keinen Fall, dass bei Eltern der Eindruck erzeugt werde, sie müssten sich in irgendeiner Weise schuldig fühlen, wenn ihre Kinder erkranken.
18.01.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 18.01.2005

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