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Naturschutz: Stress durch menschlichen Einfluss macht Tiere unsymmetrisch

Opossums bezahlen Beeinträchtigungen ihres Lebensraums durch den Menschen offenbar mit einem verstärkt asymmetrischen Körperbau. Ungleichheiten zwischen der rechten und der linken Körperhälfte gelten als Hinweise auf eine verminderte Fitness. Brasilianische Forscher halten das Erfassen der Asymmetrie daher für eine neue Methode, um gefährdete Arten schnell und einfach zu erkennen.

Camila Palhares Teixeira von der Katholischen Universität in Minas Gerais und ihre Kollegen hatten die in Museen gelagerten Schädel von sechzig Opossums aus verschiedenen Gebieten vermessen und anhand von Satellitenbildern die Nutzung der Fundgebiete ermittelt. Dabei stellten sie eine drastische Zunahme ungleicher Maße mit dem Einfluss durch den Menschen fest. Die Wissenschaftler äußern sich überrascht darüber, da die Tiere eigentlich als Pioniere gelten und damit Lebensräume besiedeln, die sich durch ständige Störungen auszeichnen. Sie betonen jedoch, dass nicht klar ist, ob die erfasste Asymmetrie auch tatsächlich gesundheitliche Nachteile für die Tiere bedeuteten.

Jedenfalls aber sehen sie in ihrer Methode ein mögliches Frühwarnsystem, das auch auf andere, durch den Menschen womöglich gefährdete Arten verwendet werden könnte: Stellten Forscher bei diesen wachsende Ungleichheiten fest, gerate die Art vielleicht gerade in Schwierigkeiten. Der Vergleich der Messdaten mit Satellitenbildern und weiteren Daten aus Geografischen Informationssystemen könne daher ein wichtiges neues Instrument im Naturschutz werden, so die Forscher.

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